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Das chinesische Expo-Maskottchen – ein Plagiat?

Kurz vor Beginn der Weltausstellung in Shanghai hat das Expo-Maskottchen «Haibao» eine Diskussion über Plagiate und den laxen Umgang mit Urheberrecht in China ausgelöst.

«Haibao» erinnert an das Logo eines Hausgeräteherstellers und eine US-Comic-Figur: In Internetforen wird die Ähnlichkeit des Strichmännchens mit der US-Comic-Figur «Gumby» und dem Logo eines chinesischen Hausgeräteherstellers diskutiert, der ebenfalls «Haibao» («Seeschatz») heisst.

Zumindest der Hausgerätehersteller ist über die Ähnlichkeit nicht verärgert, sondern höchst erfreut. «Wir haben absolut keine Ahnung, warum die Shanghai-Expo entschieden hat, nahezu dasselbe Bild wie unser Logo als Maskottchen zu verwenden», sagt ein Sprecher des in der Provinz Henan ansässigen Unternehmens Henan Haibao Elektrogeräte. «Ehrlich gesagt war es für uns eine Überraschung und es ist die grösste Werbung, die wir kostenlos erhalten», fügte der Sprecher namens Jiang hinzu.

«Nie gesehen»

Die Expo-Verantwortlichen haben eine Ähnlichkeit mit der Comic-Figur «Gumby» zurückgewiesen. «Ich habe ‹Gumby› nie gesehen und gucke auch nicht die Serie ‹Growing Pains›», erklärte einer der Maskottchen-Designer, Shao Longtu. «Ich hatte keine Ahnung, was ‹Gumby› ist, bis es mir jemand von den Medien zeigte. Sie sind aber völlig unterschiedlich», sagte Shao dem Online-Netzwerk SMGBB.

Der Plagiats-Chat über das Maskottchen ist nicht der einzige: Die Verwendung des offiziellen Expo-Songs «2010, Waiting For You», wurde vergangene Woche eingestellt, weil die Melodie nahezu identisch mit einem japanischen Pop-Hit von 1997, Mayo Okamotos «Stay The Way You Are» sein soll. Auf der Expo-Webseite wurden offiziell «Copyright-Probleme» als Grund für den Verzicht genannt. Okamato teilte mit, die Veranstalter hätten etwas spät angefragt, die Melodie verwenden zu dürfen. Sie fühle sich aber geehrt, mit der Expo kooperieren zu können.

Keine Akkreditierung

Journalisten der prodemokratischen Hongkonger Zeitung «Apple Daily» warten unterdessen weiterhin auf ihre Akkreditierung für die Expo. Mehr als zehn Anträge seien noch nicht entschieden worden, berichtete die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe. Die chinesischen Behörden haben «Apple»-Journalisten bereits mehrfach die Akkreditierung zu Veranstaltungen in China verweigert, auch von der Berichterstattung von dem Erdbeben in Sichuan 2008 wurde die Zeitung so praktisch ausgeschlossen. Zu den Olympischen Spielen im selben Jahr in Peking wurden zwei Apple-Reporter akkreditiert, einer wurde aber bei der Einreise abgewiesen und erst später zugelassen.

ddp/sam

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