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Dämpfer für Nestlé in aufstrebenden Märkten

Nestlé machte zwar in den ersten sechs Monaten deutlich mehr Umsatz als im Halbjahr zuvor – in den Schwellenländern lief es für den Nahrungsmittelkonzern aber nicht so gut wie erhofft.

Weniger Wachstum in den Schwellenländern: Nestlé-Hauptsitz in Vevey.
Weniger Wachstum in den Schwellenländern: Nestlé-Hauptsitz in Vevey.
Keystone

Umsatz gesteigert, Gewinn erhöht – und trotzdem ist nicht alles rosig. Die Halbjahreszahlen des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé sind durch den verregneten Frühling in Europa und eine lahmende Weltwirtschaft getrübt worden. Das Wachstum war langsamer als erwartet.

Der Umsatz stieg zwar um 5,3 Prozent auf 45,2 Milliarden Franken und der Gewinn um 3,7 Prozent auf 5,1 Milliarden Franken. Das organische Wachstum lag mit 4,1 Prozent jedoch tiefer als vor einem Jahr. Im ersten Halbjahr 2012 war der Lebensmittelmulti noch mit 6,6 Prozent gewachsen.

Wachstumsziel gerät ins Wanken

Das angestrebte Wachstumsziel von 5 Prozent noch zu erreichen, werde nicht einfach sein, sagte Nestlé-Finanzchefin Wan Ling Martello an einer Telefonkonferenz, nachdem der Semesterbericht veröffentlicht worden war. «Dies ist sicher eine Herausforderung.»

Die Finanzchefin erklärte das lahmende Wachstum mit der Zurückhaltung der Konsumenten im laufenden Jahr. Zudem sei das Handelsumfeld in der Berichtsperiode gedämpft geblieben, geprägt von niedrigerem Wachstum in den aufstrebenden Märkten.

Damit gerät das vor rund zehn Jahren gesetzte Ziel, jährlich ein organisches Wachstum von 5 bis 6 Prozent zu erzielen, ins Wanken. Das letzte Mal hatte Nestlé 2009 die 5-Prozent-Marke verpasst. Im vergangenen Jahr waren es noch 5,9 Prozent gewesen.

Erhöhter Preisdruck

Der Weltmarktführer kann trotz seiner starken und weltbekannten Marken wie Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegel und Maggi-Suppen die Preise nicht mehr so erhöhen, wie er gerne würde. Als Folge davon hat der Konzern seinen Wachstumsausblick auf das Gesamtjahr leicht nach unten korrigiert.

Trotzdem zeigte sich das Management mit der Leistung im ersten Halbjahr insgesamt zufrieden. «Wir haben uns erfolgreich durch die verschiedenen Herausforderungen manövriert», erklärte die Finanzchefin. Auf Kurs hielt Nestlé das weiterhin lukrative Geschäft mit Babynahrung. Die Sparte legte um mehr als 6 Prozent zu – in den Schwellenländern sowie den USA wuchs sie sogar zweistellig.

Die operative Marge von Nestlé stieg um 0,2 Prozentpunkte und erreichte 15,1 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) wird 6,8 Prozent höher bei 6,8 Milliarden Franken ausgewiesen.

Schwellenländer weniger treibend

Im von schlechtem Wetter und hoher Arbeitslosigkeit in vielen Ländern geplagten Europa konnte Nestlé kaum zulegen. Das organische Wachstum lag gerade noch bei 0,6 Prozent.

Vor allem schwächte sich das Wachstum in aufstrebenden Ländern ab. Während die Erlöse in den Schwellenländern in den ersten sechs Monaten des Vorjahres noch um 12,9 Prozent gewachsen waren, waren es im ersten Halbjahr 2013 nur noch 8,2 Prozent.

In der Region Asien, Ozeanien und Afrika resultierte ein um die Hälfte geschrumpftes organisches Wachstum von 6,3 Prozent gegenüber 12,6 Prozent in der entsprechenden Vorjahresperiode. Amerika schnitt mit 5 Prozent etwas besser ab, aber auch da kam Nestlé langsamer voran.

Aktienkurs verliert

Mit dem Halbjahresergebnis enttäuschte Nestlé auch die Erwartungen der Analysten. Dies wirkte sich auf den Aktienkurs des Lebensmittelmultis aus. Die Nestlé-Titel mussten am Donnerstagvormittag markante Verluste hinnehmen und notierten um 12 Uhr 2 Prozent günstiger. Der stark von der Entwicklung der Nestlé-Papiere geprägte Swiss Market Index (SMI) lag derweil 0,3 Prozent unter dem Niveau des Vorabends.

SDA/bru

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