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Coronavirus bremst Schweizer Firmen

Die Ausnahmesituation im chinesischen Markt drückt die Nachfrage nach Konsumgütern.

Bei etlichen Schweizer Firmen führt der Ausbruch des Coronavirus zu einem verhaltenen Jahresstart in China. Zum einen steht durch die von den Behörden zwangsweise verlängerten Neujahrsferien die Produktion länger als geplant still. Zum anderen wagen sich viele Chinesen derzeit nicht auf die Strasse – was den Konsum dämpft.

Das bekommt unter anderen der Nahrungsmittelriese Nestlé zu spüren. «Wir rechnen mit einem negativen Einfluss», sagte ein Sprecher. Wie gross dieser sein werde, lasse sich noch nicht abschätzen und hänge auch davon ab, wann sich die Situation wieder normalisiere. Für den Konzern ist China der zweitwichtigste Absatzmarkt. Und nicht nur Nestlé – auch andere Konsumgüterkonzerne sind betroffen: Starbucks etwa hat 2000 Cafés und damit rund die Hälfte der Filialen in China geschlossen. Auch McDonald’s hält Hunderte Restaurants geschlossen.

Das Virus und die dagegen verhängten Massnahmen wirken sich auch auf die Baubranche aus: Der Schweizer Bauchemiekonzern Sika erwartet ebenfalls Einbussen. Diese dürften jedoch nur vorübergehender Natur sein, sagte ein Sprecher. «Die Bauprojekte sind nicht abgesagt, sondern werden verschoben. Es ist wahrscheinlich, dass es danach Aufholbedarf gibt.» Damit könnte Sika Ausfälle später wieder wettmachen. China gehört zu den fünf grössten Märkten des Unternehmens.

Auch der Aufzughersteller Schindler dürfte den Stillstand zu spüren bekommen. «Die Tätigkeit auf Baustellen in der Region ruht bis auf weiteres», sagte eine Sprecherin. Angaben zu möglichen Auswirkungen könne die Firma noch nicht machen. Schindler ist mit einer eigenen Niederlassung in Wuhan vertreten. Der Konzern hat dort einen prestigeträchtigen Auftrag als Hauptlieferant für Aufzüge und Rolltreppen für einen Wolkenkratzer erhalten.

Homeoffice für Rückkehrer

Der Technologiekonzern ABB ist noch dabei, die Auswirkungen der verlängerten Ferien aufs Geschäft zu prüfen. Die Firma beschäftigt etwa 100 Mitarbeiter in Wuhan – in ganz China sind es 20'000 Beschäftigte. Mitarbeiter, die aus China zurückkehren, müssen bei ABB erst mal zwei Wochen von zu Hause aus arbeiten, bevor sie wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren dürfen. «Diese Massnahme gilt sowohl für Mitarbeitende von ABB als auch für Kunden und weitere Partner», erklärt ein Sprecher.

Auch die UBS schickt Rückkehrer aus Festlandchina zuerst zwei Wochen ins Homeoffice, erklärte eine Sprecherin. Die Schweizer Bank gehört zu den grössten Vermögensverwaltern im Land. In den Krisenregionen in Zentralchina ist das Institut jedoch nicht vertreten.

Detailliertere Informationen zu den Auswirkungen dürften die Firmen bei den in den kommenden Wochen geplanten Bilanzpressekonferenzen für das vergangene Jahr geben. Für viele ist China ein wichtiger Markt.

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