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Coop verschärft nach Fleischskandal die Kontrollen

Coop-Chef Joos Sutter kündigt Massnahmen an: Künftig lässt der Grossist seine Metzgereien extern kontrollieren. Und er richtet eine Ombudsstelle ein, an die sich Mitarbeiter wenden können.

Wie frisch ist das Fleisch im Offenverkauf tatsächlich? Fleischtheke in einem Coop.
Wie frisch ist das Fleisch im Offenverkauf tatsächlich? Fleischtheke in einem Coop.
Keystone

Nach den Frischfleisch-Vorwürfen kündigt Coop-Chef Joos Sutter erste Massnahmen an. «Wir bauen eine externe Frische-Zertifizierung auf. Ein unabhängiges Unternehmen wird ab Anfang 2012 bei Coop-Metzgereien Kontrollen vornehmen», sagte Sutter gegenüber dem «SonntagsBlick».

Diese Kontrollen würden wie die internen Kontrollen unangemeldet durchgeführt. «Wir haben ja keinen einzigen Fall von schlechtem Fleisch, sondern nur Berichte von Mitarbeitern über Manipulationen mit Verkaufsdaten», schränkt Sutter die erhobenen Vorwürfe ein.

Bis zu 1500 Inspektionen pro Jahr

Coop mache intern 1300 bis 1500 Inspektionen pro Jahr, bei denen 5000 bis 6000 Proben genommen werden. Dabei werde die Zahl der Keime auf dem Fleisch kontrolliert. Hinzu kommen laut Sutter 400 bis 500 Inspektionen der kantonalen Labors.

Was ihn betroffen mache sei, «dass die Aussagen in der Fernsehsendung anonym waren», sagte Sutter im Interview weiter. Deshalb habe Coop jetzt eine Ombudsstelle geschaffen. Dort können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deponieren, was ihrer Ansicht nach nicht gut läuft – anonym und geschützt. Die Ombudsstelle sei bereits fünfmal benützt worden.

Das Vertrauen in Coop habe gelitten. Coop werde jetzt alles unternehmen, dieses Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Künftig dürfe in Coop-Metzgereien abgepacktes Fleisch aus der Selbstbedienung generell nicht mehr ausgepackt und an der Frischfleisch-Theke verkauft werden.

Sutter fordert Nulltoleranz

«Fleisch ist ein heikles Produkt. Nulltolerenz ist radikal, aber klar kommunizierbar - für Kunden und Mitarbeiter. Das Fleisch von der Theke und das aus der Selbstbedienung sind jetzt zwei getrennte Welten», sagte Sutter dazu.

Die Fleischverkäufe seien bis jetzt nicht zurückgegangen. «Die Menge ist ungefähr gleich. Wir beobachten eine Verlagerung: Die Kunden kaufen mehr abgepacktes und weniger offenes Fleisch», meint Sutter.

SDA/miw

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