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Clariant verkauft Geschäftsbereiche – Aktienkurs steigt

Für rund 500 Millionen Dollar verkauft der Chemiekonzern die Sparten Textilchemikalien, Papierspezialitäten und Emulsionen, Schweizer Mitarbeiter sind nicht betroffen. Analysten bewerten den Deal positiv.

Gibt mehrere Bereiche an neue Besitzerin ab: Clariant-Logo vor dem Firmenhauptsitz in Muttenz. (Archivbild)
Gibt mehrere Bereiche an neue Besitzerin ab: Clariant-Logo vor dem Firmenhauptsitz in Muttenz. (Archivbild)

Nach der Bekanntgabe des Verkaufs von drei margenschwachen Geschäftseinheiten haben die Clariant-Aktien heute Morgen im frühen Handel deutlich fester notiert. Der Verkauf war zwar vom Management bereits seit einiger Zeit angekündigt worden, der erzielte Preis wird aber von Analysten gelobt.

Kurz vor zehn Uhr lag der Aktienkurs von Clariant über 4,5 Prozent im Plus, nachdem er zwischenzeitlich sogar bis zu 6 Prozent über dem Kurs vom vergangenen Freitag gelegen hatte. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) lag derweil 0,1 Prozent im Minus.

Die Veräusserung der drei Sparten Textilchemikalien, Papierspezialitäten und Emulsionen erfolge rascher als erwartet, lobte ein Analyst der Bank Vontobel. Auch den Preis, der die Geschäftseinheiten mit dem 6,3-fachen ihres Betriebsgewinns bewertet, erachtet er als attraktiv. Damit seien für Clariant so gut wie keine Abschreibungen zu erwarten.

3000 Mitarbeiter sind betroffen

Clariant hat heute bekannt gegeben, dass er seine drei Geschäftssparten Textilchemikalien, Papierspezialitäten und Emulsionen verkauft. Der Verkaufspreis beläuft sich auf 502 Millionen Franken.

Käuferin der Sparten ist die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft SK Capital. Diese konzentriert sich nach eigenen Angaben bei ihren Investitionen auf in der Spezialitätenchemie und Pharmazie tätige Unternehmen.

Die verkauften Geschäftssparten haben 2012 gemäss Konzernangaben rund 1,2 Milliarden Franken zum Umsatz von Clariant beigetragen. Dies entspricht etwa 15 Prozent des Gesamtumsatzes. Mit 14 Prozent fast gleich hoch ist der Anteil der Clariant-Mitarbeiter, welcher für die drei Sparten tätig ist. Vom Verkauf betroffen sind rund 3000 Mitarbeitende in 35 Ländern.

Keine Folgen für Angestellte

Für die Mitarbeiter in der Schweiz wird der Verkauf kaum Folgen haben. Die Produktion der drei Sparten befindet sich in asiatischen und lateinamerikanischen Ländern sowie in Deutschland, Spanien und Frankreich.

In der Schweiz seien nur ganz wenige Personen auf administrativen Posten für eine der drei verkauften Sparten tätig, sagte ein Clariant-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Für die weltweit rund 3000 vom Verkauf betroffenen Mitarbeiter dürfte der Besitzerwechsel aber zumindest vorerst keine Auswirkungen haben.

Verkaufte Bereiche sind «gesund»

Es könne damit gerechnet werden, dass die neue Besitzerin – die Beteiligungsgesellschaft SK Capital – die Geschäftsbereiche weiterführe, sagte der Clariant-Sprecher weiter. Man habe die Sparten bewusst nicht an einen anonymen Finanzinvestor, sondern an eine in der Branche bekannte Gesellschaft mit einem guten Ruf verkauft, hiess es weiter. Bei den veräusserten Sparten handle es sich zudem um gesunde Geschäftsbereiche.

Clariant veräussert die Sparten, weil sie nicht in die Geschäftsstrategie des Konzerns passen. Diese sieht eine Fokussierung vor auf Märkte mit hohen Wachstumsraten und auf Geschäfte, in denen Clariant eine starke Wettbewerbsposition mit Preisgestaltungskraft hat. Mit den drei Sparten erzielte Clariant 2012 einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 80 Millionen Franken.

SDA/fko

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