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Chefs der Deutschen Bank sind zurückgetreten

Die Co-Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, haben ihren Posten abgeben. Nachfolger wird der Ex-UBS-Finanzchef John Cryan.

Abgang: Die Co-CEOs der Deutschen Bank Anshu Jain (l.) und Jürgen Fitschen im Mai 2015.
Abgang: Die Co-CEOs der Deutschen Bank Anshu Jain (l.) und Jürgen Fitschen im Mai 2015.
Michael Probst, Keystone

Die beiden Chefs der Deutschen Bank sind zurückgetreten. Anshu Jain und Jürgen Fitschen ziehen damit die Konsequenzen aus der massiven Kritik von Investoren und Mitarbeitern.

Jain werde zum 30. Juni zurücktreten, Fitschen bleibe noch bis zur Hauptversammlung im Mai 2016 im Amt, teilte die Bank mit. Laut Beschluss des Aufsichtsrat werde ab 1. Juli 2015 das bisherige Aufsichtsratsmitglied John Cryan gemeinsam mit Fitschen den Vorsitz führen und dann ab Mai 2016 alleiniger Chef der Deutschen Bank. Der Brite Cryan ist seit 2013 Aufsichtsratsmitglied und dort unter anderem Vorsitzender des Prüfungsausschusses. 2008 bis 2011 war der 54-Jährige Finanzchef der UBS, später Europa-Präsident des Staatsfonds von Singapur.

Auf der Hauptversammlung vor knapp drei Wochen hatte Jain einen Rücktritt noch ausgeschlossen. «Das Beste, was ich tun kann, ist die Probleme der Bank zu lösen und ihre Leistung zu optimieren», hatte er in einem Zeitungsinterview gesagt.

Investoren und Aktionäre hatten Jain und Fitschen wegen der neuen Strategie, eines halbherzigen Vorstandsumbaus und der vielen Rechtsstreitigkeiten, in die die Deutsche Bank verwickelt ist, deutlich kritisiert.

39 Prozent des anwesenden Kapitals verweigerten dem Deutsche-Bank-Vorstand die Entlastung - das kam einer Ohrfeige gleich. «Bei so einem Ergebnis kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen», hatte einer der zehn grössten Aktionäre gemahnt.

Durchwachsene Bilanz

Die Doppelspitze steht aber schon länger unter Druck. Wesentliche Ziele - insbesondere für Rendite und Kosten - wurden nicht erreicht. Selbst Aufsichtsratschef Paul Achleitner attestierte Jain und Fitschen auf der Hauptversammlung eine eher «durchwachsene» Bilanz.

Die Aufklärung der Rechtstreitigkeiten erweist sich als länger und kostspieliger als gedacht. Erst am Freitag wurden Aktionäre und Beobachter der Deutschen Bank durch die Nachricht aufgeschreckt, dass ein Fall von Geldwäscherei in Russland, mit dem die Bank konfrontiert ist, mit umgerechnet sechs Milliarden Dollar deutlich grösser ausfallen könnte als gedacht.

Im April hatte das Institut verkündet, die vor sieben Jahren übernommene Postbank wieder abzuspalten. Das restliche Privatkundengeschäft mit den «blauen» Filialen wird zusammengestrichen, während die Investmentbanker wieder an Macht gewinnen.

sda/afp/kko/hvw

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