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Charles Vögele schliesst Läden in Osteuropa

Zurück zu den Wurzeln: Der Modekonzern Charles Vögele zieht sich aus Tschechien und Polen zurück und konzentriert sich künftig auf die Märkte im deutschsprachigen Raum.

Ein Konzernverlust von 109 Millionen Franken: Die Charles-Vögele-Filiale im Seedamm Center in Pfäffikon. (Archivbild)
Ein Konzernverlust von 109 Millionen Franken: Die Charles-Vögele-Filiale im Seedamm Center in Pfäffikon. (Archivbild)
Keystone

Der tief in den roten Zahlen steckende Modekonzern Charles Vögele hat weitere Restrukturierungsmassnahmen angekündigt: Das Unternehmen schliesst seine Läden in Tschechien und Polen.

Mit der Reduktion der Länderorganisationen will Charles Vögele die Komplexität im Unternehmen verringern und sich auf seine Kernmärkte konzentrieren, wie es heute in einem Communiqué hiess. Charles Vögele hat Läden in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich, aber auch in den Niederlanden, in Belgien, in Slowenien und in Ungarn.

Hohe Abschreibungen

Im vergangenen Jahr hat der Konzern unter dem Strich einen Verlust von 109 Millionen Franken geschrieben. Belastet wurde das Ergebnis namentlich durch Abschreibungen in Höhe von 32 Millionen Franken bei den Ländergesellschaften in Osteuropa sowie in Belgien und in den Niederlanden.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich zwar etwas, lag aber immer noch 17 Millionen Franken im Minus. Der Umsatz verringerte sich um 4,3 Prozent auf 972 Millionen Franken.

Keine vierte neue Strategie

Nach den Verwerfungen der vergangenen Jahre setzt Charles Vögele auf Kontinuität. «Wir müssen das, was wir anfangen, konsequent zu Ende führen», sagte der interimistische Konzernchef Markus Vögeli heute vor den Medien.

«Wir stehen nicht da, um Ihnen die vierte neue Strategie in Folge zu präsentieren», stellte klar. «Es geht nun darum, die bestehende Strategie umzusetzen und nicht wieder neue Grossbaustellen zu eröffnen.» Charles Vögele will sich in Zukunft verstärkt auf seine Kernmärkte konzentrieren – insbesondere auf die Schweiz.

«Wir werden auch in diesem Jahr stark auf den Markt Schweiz setzen», kündigte Vögeli an. Er schliesst nicht aus, dass das Unternehmen nach Tschechien und Polen noch anderen Märkten den Rücken kehrt. Insbesondere Ungarn steht unter verschärfter Beobachtung. Die Ländergesellschaft bekomme noch eine Chance «sicher bis Mitte Jahr», um zu beweisen, dass sie langfristig zum Erfolg des Konzerns beitragen kann.

Mannschaft von unten her aufbauen

Weiter setzt das Unternehmen seine Anfang 2012 kommunizierte Einmarkenstrategie fort, die ganz auf die Dachmarke Charles Vögele fokussiert. Auch der Fokus auf die Kundengruppe der über 40-Jährigen wird beibehalten.

Beim Management strebt der Konzern ebenfalls mehr Kontinuität an: Markus Vögeli, der eigentlich Finanzchef ist, wird bis auf weiteres an der Spitze des Unternehmens bleiben. «Die Suche nach einem neuen CEO steht nicht auf der Agenda des Verwaltungsrats», sagte der Präsident des Gremiums, Hans Ziegler. Stattdessen werden zunächst ein neuer Einkaufs- und ein neuer Verkaufschef gesucht. «Wir bauen die Mannschaft von unten her auf», erklärte Ziegler.

SDA/rbi

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