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Brüssel bremst Megafusion der Paketdienste aus

Die Wettbewerbskommission der EU hat Vorbehalte gegen die Übernahme von TNT durch den Logistikriesen UPS. Der Wettbewerb werde womöglich zum Schaden der Konsumenten eingeschränkt.

Der weltgrösste Paketdienstleister: UPS-Lastwagen in den USA.
Der weltgrösste Paketdienstleister: UPS-Lastwagen in den USA.
Keystone

Die EU-Kartellwächter bremsen die spektakuläre Übernahme des niederländischen Paketzustellers TNT Express durch den US-Logistikriesen UPS aus. Wegen Vorbehalten gegen den Milliardendeal leitete die Kommission zunächst eine eingehende Prüfung ein. «Durch die Übernahme könnte der Wettbewerb im Expressdienst zum Schaden der Verbraucher eingeschränkt werden», begründete EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Ohne grünes Licht aus Brüssel könnte UPS den niederländischen Rivalen nicht wie im März angekündigt für 5,2 Milliarden Euro schlucken. Das wären gute Nachrichten für die Deutsche Post. Denn deren Tochter DHL würde durch den Zusammenschluss ihre Marktführerschaft auf dem europäischen Expressmarkt verlieren.

Hohe Markenkonzentration

Nach Einleitung der Prüfung hat die Kommission jetzt 90 Tage Zeit. Bis zum 28. November muss sie entscheiden, ob der Plan den Wettbewerb in der EU erheblich beeinträchtigen würde. Ein Anfangsverdacht ist da. Denn derzeit gibt es nur vier Konkurrenten auf dem Markt für Expresszustellungen: Neben UPS, TNT und DHL bietet noch der US-Konkurrent FedEx solche Dienste an.

«Wären es nur noch drei, wäre der Wettbewerbsdruck auf das fusionierte Unternehmen wesentlich geringer», meint die Kommission. «Es würde in vielen Mitgliedsländern zu einer hohen Marktkonzentration führen.»

Mit Widerstand gerechnet

UPS ist schon heute der weltgrösste Paketdienstleister. In Europa liegt der Konzern aber bislang deutlich abgeschlagen hinter der Post zurück. Das würde sich durch die Übernahme ändern. Mit einem Umsatzvolumen von 45 Milliarden Euro wäre der neue Konzern nicht nur unangefochtener Weltmarktführer, sondern auch die Nummer Eins in Europa. Die Deutsche Post sah die Übernahme allerdings schon im März noch längst nicht in trockenen Tüchern, weil sie mit massiven wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kartellbehörden rechnete.

Grosse Übernahmen haben sich in der Vergangenheit im Expressgeschäft immer wieder als sehr schwierig erwiesen. Das weiss die Post aus eigener Erfahrung. Sie hatte ihren Versuch, im US-Inlandsgeschäft Fuss zu fassen, vor einigen Jahren mit Milliardenverlusten bezahlt und schliesslich frustriert den Rückzug angetreten.

dapd/kpn

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