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Boeing wegen Streiks mit starkem Gewinneinbruch

Belastet von einem bereits fast sieben Wochen dauernden Streik hat der US-Flugzeugbauer und Rüstungskonzern Boeing einen überraschend starken Gewinneinbruch erlitten.

cpm

Der Überschuss des Airbus-Konkurrenten fiel im dritten Quartal um fast 40 Prozent auf 695 Millionen Dollar. Der Umsatz sank um mehr als sieben Prozent auf 15,3 Milliarden Dollar, wie Boeing am Mittwoch in Chicago mitteilte.

27'000 Mechaniker streiken

Der Ausstand von 27'000 Mechanikern hat seit Anfang September die komplette Flugzeugfertigung bei Boeing lahmgelegt. Für Donnerstag ist eine neue Verhandlungsrunde angesetzt. Der Streik wird mit seinen Auswirkungen auf Zulieferer auch immer mehr zu einer Belastung für die ohnehin kriselnde US-Gesamtwirtschaft.

Die Dauer des Arbeitskampfes sei weiterhin offen, teilte Boeing mit. Erst danach will der Konzern Aussagen zur weiteren Geschäftsentwicklung und Lieferterminen machen.

35 Flugzeuge weniger geliefert

Durch den Streik sowie Probleme bei Zulieferern seien bislang rund 35 Flugzeuge weniger als geplant an die Kunden gegangen. Der Auftragsbestand sei auf den neuen Rekordwert von 349 Mrd. Dollar angewachsen.

Der Gewinn je Aktie fiel im dritten Quartal mit 0,96 Dollar schlechter aus als die von Analysten im Schnitt erwarteten 0,99 Dollar. In der Rüstungssparte stiegen Umsatz und operativer Gewinn.

Flugzeugbranche in der Krise

Den Flugzeugbauern weltweit drohen wegen der Finanzkrise Abbestellungen von in Kapitalnöten steckenden Kunden. Boeing rechnet damit, ab nächstem Jahr erstmals seit 2006 wieder Kunden mit Krediten aushelfen zu müssen - ähnlich wie beim Autokauf auf Pump.

Der Streik gefährdet besonders das ohnehin bereits mit grossen Verzögerungen kämpfende Prestigeprojekt «Dreamliner». Die neue Boeing 787 ist mit rund 900 festen Bestellungen das bestverkaufte Flugzeug der Konzerngeschichte.

(SDA)

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