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Boeing: 27'000 Techniker im Streik

Der US-Flugzeugbauer Boeing steckt in einem teuren Arbeitskampf: Am Wochenende sind 27'000 Mechaniker in einen unbefristeten Streik getreten.

Thomas Prettyman im Streik: Der Boeing-Mechaniker kämpft in Washington für mehr Lohn und Arbeitsplatzsicherheit.
Thomas Prettyman im Streik: Der Boeing-Mechaniker kämpft in Washington für mehr Lohn und Arbeitsplatzsicherheit.
Keystone

Durch den Streik gerät der Zeitplan für das Prestigeprojekt 787-Dreamliner ins Rutschen.

Der Streik hat in der Nacht zum Samstag am Standort Everett im US-Bundesstaat Washington begonnen, nachdem die Tarifverhandlungen zuvor abgebrochen worden waren. Ein Stillstand der Produktion kostet den Flugzeughersteller jeden Tag rund 100 Millionen bis 120 Millionen Dollar.

Frist von 48 Stunden

Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen von insgesamt 13 Prozent. Zudem sind die Arbeitnehmervertreter nicht bereit, Einschnitte bei betrieblichen Zuschüssen zur Krankenversicherung hinzunehmen. Boeing hatte zuletzt einen Tarifvertrag über drei Jahre mit einem Lohnplus von insgesamt 11 Prozent angeboten.

Dies würde für die Laufzeit des Vertrags zusammen mit neuen Bonusplänen das Durchschnittsgehalt eines Mechanikers um insgesamt 34'000 Dollar erhöhen. Ein Mechaniker verdient bei Boeing im Schnitt rund 65'000 Dollar mit Überstunden.

Keine Gespräche geplant

Eine grossen Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder hatte das jüngste Boeing-Angebot Mitte vergangener Woche abgelehnt und der Geschäftsleitung eine weitere Frist von 48 Stunden gesetzt, um doch noch zu einer Einigung zu kommen. Weiterer Streitpunkt ist, dass immer mehr Arbeiten bei Boeing von Fremdfirmen ausgeführt werden.

Boeing verbuchte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 4,1 Milliarden Dollar. Die Auftragsbücher für Verkehrsflugzeuge sind mit einem Rekordvolumen von 275 Milliarden Dollar gefüllt.

Weitere Verhandlungen sind derzeit nicht geplant. Nach Aussagen eines Gewerkschaftschefs und eines Boeing-Sprechers sind beide Seiten aber grundsätzlich zu weiteren Gesprächen bereit.

Alle Modelle betroffen

Durch den Streik steht die Produktion praktisch aller Boeing- Modelle still. Negative Auswirkungen werden aber vor allem für den 787 Dreamliner befürchtet. Die Produktion des Boeing- Hoffnungsträgers ist ohnehin schon um Monate verzögert.

Der erste Testflug des Dreamliners ist bisherigen Planungen zufolge für das vierte Quartal des Jahres geplant. Ein Sprecher sagte, der Zeitplan könnte jetzt wieder in Gefahr geraten. Für das Flugzeug liegen rund 900 Bestellungen vor. Bereits jetzt besteht ein Lieferrückstand von zwei Jahren.

Boeing garantiert gemäss eines Sprechers trotz des Streiks die Wartung von Flugzeugen. Die Auslieferung bereits fertiggestellter Maschinen geht ebenfalls weiter.

In den letzten 20 Jahren hat die Mechaniker-Gewerkschaft dreimal bei Boeing gestreikt, zuletzt für 28 Tage im Jahr 2005. Dies kostete den Flugzeugbauer rund 300 Millionen Dollar.

AP/bru

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