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Blackberry bläst Verkauf ab – Konzernchef geht

Die unruhigen Zeiten bei Blackberry halten an: Der angeschlagene Konzern zieht sich aus den Verkaufsverhandlungen mit Fairfax Financial zurück. Zudem verlässt Konzernchef Thorsten Heins die Firma.

Wird übergangsweise durch John Chen abgelöst: Blackberry-Chef Thorsten Heins.
Wird übergangsweise durch John Chen abgelöst: Blackberry-Chef Thorsten Heins.
Keystone

Der kriselnde Smartphone-Pionier Blackberry bleibt selbstständig: Wie das Unternehmen mitteilte, ist der Verkauf von Blackberry an den kanadischen Investmentfonds Fairfax Financial oder andere Interessenten vom Tisch. Stattdessen werde eine Gruppe von Investoren unter Führung von Fairfax Financial über eine Kapitalerhöhung eine Milliarde Dollar in das Unternehmen stecken.

Zugleich verlässt der deutsche Unternehmenschef Thorsten Heins Blackberry. John Chen übernehme übergangsweise Heins' Aufgaben, teilte das Unternehmen mit. Der frühere Siemens-Manager hatte den Chefposten bei Blackberry erst Anfang 2012 übernommen, als die Firma bereits in der Krise steckte.

Chen erklärte, er wolle Blackberry während der «Trendwende und Transformation des Geschäftsmodells» führen, dies werde allerdings dauern. «Blackberry ist eine Kultmarke mit enormen Potenzial - aber es wird Zeit, Disziplin und harte Entscheidungen brauchen, um unseren Erfolg zurückzugewinnen», erklärte der frühere Manager der Software-Firma Sybase.

«Vertrauensvotum für Blackberry»

Fairfax Financial, im Besitz von zehn Prozent der Blackberry-Anteile, hatte vor drei Monaten für den Rest des Unternehmens rund 4,7 Milliarden Dollar geboten. Das Angebot lief diesen Montag ungenutzt aus. Nun stecken Fairfax und weitere Investoren also Geld in das Unternehmen. Der kanadische Investmentfonds trägt allein 250 Millionen Euro, also 25 Prozent.

Die Investoren sollen für ihr Geld Aktien zum Stückpreis von je zehn Dollar erhalten. Er liegt damit 28,7 Prozent über dem Schlusskurs der Blackberry-Aktie an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq vom Freitag. Die Kapitalerhöhung soll in den kommenden zwei Wochen abgeschlossen werden.

Der Schritt sei «ein bedeutendes Vertrauensvotum für Blackberry und seine Zukunft durch hervorragende langfristige Investoren», erklärte Verwaltungsratschefin Barbara Stymiest. Ihr Unternehmen hatte im August nach einem Krisenjahr Interesse an Käufern bekundet. Das soziale Online-Netzwerk Facebook, der chinesische Computerhersteller Lenovo und die Investmentfirma Cerberus prüften Medienberichten zufolge einen Einstieg, ein Geschäft kam aber nicht zustande.

Blackberry hinkt hinterher

Blackberry steckt schon länger in Schwierigkeiten. Der einst bei Geschäftsleuten beliebte Handy-Hersteller hinkt den Marktführern Samsung und Apple weit hinterher und ist auf der Suche nach einem Weg aus der Krise. Zwar gibt es weltweit noch rund 70 Millionen Blackberry-Nutzer, sie verwenden aber zumeist ältere Geräte und nicht die neuen Modelle des kanadischen Unternehmens.

Im September hatte Blackberry einen Verlust von fast einer Milliarde Dollar im dritten Quartal bekanntgemacht und die Streichung von 4500 Stellen angekündigt - rund 40 Prozent seiner Beschäftigten. Bereits im Juni des vergangenen Jahres hatte Blackberry weltweit 5000 Stellen gestrichen.

Der gescheiterte Verkauf von Blackberry und der Weggang von Heins lösten an der Börse alles andere als Begeisterung aus. Der Aktienkurs an der Wall Street sank in den ersten Handelsstunden um rund 13 Prozent auf 6,76 Dollar. Zwischenzeitlich lag er sogar fast 18 Prozent im Minus.

SDA/kpn

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