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Benetton soll beim Ausverkauf schummeln

Der Konsumentenschutz wirft Benetton Kundentäuschung vor: Vor dem Ausverkauf seien in Schweizer Filialen noch schnell die Preise von Kleidern erhöht worden.

Bekannt für Provokationen: Benetton-Store in Mailand.
Bekannt für Provokationen: Benetton-Store in Mailand.
Keystone

40 Prozent Rabatt: In grossen Lettern kündigt Benetton im aktuellen Ausverkauf den Preisvorteil für modebewusste Shopper an. Dass dieser Wert nicht korrekt angegeben ist, dies bemängelt die Schweizerische Stiftung für Konsumentenschutz (SKS).

Nach Beschwerden verärgerter Kunden hat die SKS in den letzten Wochen Stichproben bei Benetton-Shops in diversen Regionen vorgenommen – und dabei Unregelmässigkeiten festgestellt. Demnach seien bei Benetton Schweiz die Preise von Kleidungsstücken vor dem Ausverkauf systematisch erhöht worden. Der angegebene Rabatt liege in Tat und Wahrheit nicht bei 40, sondern nur bei 10 Prozent, so der Konsumentenschutz.

Rechtliche Grauzone

«So etwas haben wir in der Schweiz noch nie erlebt», sagt die Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes, Sara Stalder, gegenüber Redaktion Tamedia. Mit geradezu stümperhaften Methoden habe Benetton versucht, die Konsumenten zu täuschen. Laut Stalder wurden in diversen Filialen Preisschilder vor dem Ausverkauf mittels Tipp-Ex-Stiften oder durch das Überkleben von Preisschildern korrigiert.

Stalder bezeichnet das Vorgehen als «clever», weil sich Benetton aus rechtlicher Sicht in einer Grauzone bewege. Denn der Nachlass von 40 Prozent, der im Ausverkauf gewährt werde, sei nicht auf den Kleidern selbst festgehalten, sondern in den Verkaufsläden grossflächig angeschrieben. Aus rechtlicher Sicht sei dies ein Unterschied.

Zwischen Company und Retailern

Bei Benetton heisst es, dass man nicht für das Verhalten der Retailer in der Schweiz verantwortlich sei. Der Konzern mit Sitz im italienischen Treviso verweist in einer Stellungnahme darauf, dass man den Verkaufspartnern in der Schweiz die Kleidungsstücke mitsamt vorgedruckter Preisschilder zukommen lasse. Zu Beginn der Verkaufssaison würden die meisten Retailer diese Preisempfehlungen abändern, so Benetton. Der Rabatt während der Sales-Periode werde dann konsequenterweise auf diese neuen Preise berechnet.

Offen bleibt im Statement, ob die von Benetton gelieferten Artikel jemals den Weg mit dem ursprünglichen Preisschild in den Laden finden. Wenn dem nicht so wäre, dann wäre am Vorgehen der Retailer in der Schweiz prinzipiell nichts auszusetzen.

«Äusserst konsumentenunfreundlich»

Konsumentenschützerin Stalder verneint dies jedoch. «Uns erreichten Beschwerden von Konsumenten, die ein Produkt im Geschäft sahen. Als sie eine Woche später zurückkehren wollten, um das Produkt zu kaufen, wurden im Laden Rabatte von 40 Prozent versprochen – allerdings auf neuen, im Vergleich zu vorher höheren Preisen.»

Stalder bezeichnet die Preispolitik in den Schweizer Benetton-Fillialen als «äusserst konsumentenunfreundlich» und fordert den Konzern auf, für eine korrekte Kundeninformation zu sorgen.

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