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Belair-Chef nimmt noch vor dem Aus den Hut

Die Schweizer Air-Berlin-Tochter wird Ende März liquidiert. Der Chef erhält schon vorher einen neuen Job.

Laura Frommberg
Ende März ist Schluss: Flugzeug der Belair. Foto: PlaneSpotter94 (Wikimedia)
Ende März ist Schluss: Flugzeug der Belair. Foto: PlaneSpotter94 (Wikimedia)

Gute Nachrichten haben die Angestellten von Belair schon lange nicht mehr erhalten. Nach langem Hin und Her wurde im Januar schliesslich bekannt, dass die Schweizer Tochter von Air Berlin definitiv liquidiert wird. Und nun die nächste schlechte Neuigkeit: Belair-Chef Lucas Ochsner verlässt das Unternehmen – und das noch vor dem offiziellen Ende der Airline Ende März.

Ochsner teilte das den Mitarbeitenden von Belair in einem internen Schreiben mit, das Redaktion Tamedia vorliegt. «Der Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt mag im ersten Moment Fragen aufwerfen», schreibt der Manager darin. Doch Air Berlin habe ihn zum Senior Vice President Flight Operations, also zum Operativchef, berufen. Die Tätigkeit beginne er bereits am 1. März.

«Nach zahlreichen Gesprächen mit Air Berlin, unserem Verwaltungsrat, dem Management sowie dem Bundesamt für Zivilluftfahrt wurde deutlich, dass es für alle am besten ist, einen klaren Schnitt zu ziehen und die Verantwortung der Belair ab 1. März 2017 in neue Hände zu geben», so Ochsner weiter. Leichtgefallen sei ihm der Schritt nicht, aber der Rücktritt sei nötig, damit sich die Belair-Führung weiterhin «zu 100 Prozent für Euch einsetzen kann».

Das Ruder bei Belair übernimmt ab dem 1. März Verwaltunsratspräsident Christoph Zuber, wie Air Berlin auf Anfrage von Redaktion Tamedia bestätigt. «Damit rückt das Gremium künftig näher an die operative Leitung der Gesellschaft», so die Mutterairline. Der Verwaltungsrat dankt dem abtretenden CEO. «Lucas Ochsner hat das Unternehmen mit ausserordentlichem Engagement geführt und weiterentwickelt. Wir gratulieren ihm zu seiner Berufung und wünschen ihm in seiner neuen Funktion viel Erfolg.»

Personal wird weiterbeschäftigt

Die Verträge des Belair-Personals laufen noch ein Jahr weiter, auch wenn Belair per Ende März offiziell den Betrieb einstellt. Der Job des Personals ändert sich aber. Statt von Zürich aus fliegen die Flugbegleiter und Piloten künftig ab deutschen Städten. Sie werden bei Air Berlin beschäftigt, mit Basis in Köln oder Stuttgart.

Auch ein Einsatz bei der österreichischen Niki mit Standort Zürich ist denkbar – noch sind aber nicht alle Details geklärt. Niki hat jedenfalls eine Ausschreibung für Stellen in Zürich veröffentlicht. Der Hintergrund: Die österreichische Airline übernimmt die Ferienstrecken von Belair ab Zürich. Die Suche nach eigenen Flugbegleitern, die dafür nach Zürich wechseln wollen, verläuft aber offenbar eher mühsam. Daher hat Niki die Flugbegleiter von Belair angeschrieben. Sie sollen sich also quasi auf ihre alten Stellen bewerben.

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