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Beim Heizöl drohen Lieferengpässe

Die Talfahrt des Ölpreises führt zu einem Run auf Heizöl. Lieferanten haben Schwierigkeiten, die Nachfrage zu stillen. Folgt im Herbst ein Kälteeinbruch, könnte es zu Lieferengpässen kommen.

Bei den Heizöllieferanten herrscht Hochbetrieb. 700 Tanklastwagen sind in diesen Tagen schweizweit pausenlos im Einsatz, um die vielerorts fast leeren Heizöltanks zu füllen. Die Kunden rennen den Lieferanten die Türen ein: «Wir stellen einen eigentlichen Boom fest», erklärt Daniel Schnyder, Sprecher von Migrol, dem grössten Heizöllieferanten der Schweiz.

Grund für den Run auf das Heizöl ist die Talfahrt des Ölpreises: Im Sommer kosteten hundert Liter Heizöl noch 135 Franken. Die Konsumenten hielt das davon ab, sich einzudecken – sie spekulierten darauf, dass die Preise fallen. Das hatte zur Folge, dass der landesweite Befüllungsgrad der Tanks so tief sank wie noch nie. Das lange Warten hat sich – zumindest in finanzieller Hinsicht - für die Ölheizer gelohnt: Bei einem Preis von nur noch 102 Franken sparen sie fast einen Drittel der Heizölkosten.

Das Nadelöhr ist der Transport

Bei den Lieferanten jedoch führt die Abwartetaktik der Konsumenten zu Kopfschmerzen: «Wenn alle zur gleichen Zeit bestellen, dann entstehen Lieferprobleme», erklärt Jürg Kretzer, Sprecher von Coop Mineralöl. Das Nadelöhr ist der Transport: Es mangelt schlicht an Fahrzeugen. Die Folge: Wer in diesen Tagen Heizöl bestellt, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen: «Ein Kunde in der Stadt Zürich, der heute 3000 Liter Heizöl extraleicht bestellt, muss mit einem Monat Lieferfrist rechnen» so Kretzer.

Noch kein Engpass

Ihn ärgert das Kaufverhalten der Kunden: «Wir haben unseren Kunden stets geraten, frühzeitig zumindest eine Teilmenge im Tank zu halten. Leider kamen viele Konsumenten unserer Empfehlung nicht nach.» Komme nun ein Kälteeinbruch, bestehe die Gefahr, dass sie frieren müssten.

Auch bei der Migrol sieht die Situation nicht rosiger aus. Laut Sprecher Daniel Schnyder besteht zwar noch kein Engpass, aber auch er spricht von Lieferschwierigkeiten: «Für den Konsumenten bedeutet das Wartezeiten bis zu vier Wochen.» Schnyder hofft deshalb auf einen milden Herbst: Kommt schon Anfang November ein Kälteeinbruch, rechnet er mit einer Verschärfung der Situation.

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