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«Bei Zalando kommt rund die Hälfte zurück»

Zalando hat 2012 erstmals über eine Milliarde Euro Umsatz gemacht – Profit macht das Unternehmen aber nicht. Gründer David Schneider sieht im Onlinehandel noch viel Potenzial. Ans Verkaufen denke er nicht.

Frauen schicken mehr Ware zurück als Männer: Ein Briefträger liefert im Zalando-Werbespot Pakete.
Frauen schicken mehr Ware zurück als Männer: Ein Briefträger liefert im Zalando-Werbespot Pakete.

In einer WG entstand 2008 der Onlinehandel Zalando, danach folgte eine Erfolgsstory sondergleichen. Im Jahr 2012 lag der Umsatz bei 1,15 Milliarden Euro – doppelt so hoch wie im Vorjahr. Gründer David Schneider zeigt sich stolz und zufrieden. In einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (online nicht verfügbar) bezeichnete der 30-Jährige Zalando als «schnellstwachsendes Unternehmen Europas».

Profit bringt der Versandhandel aber noch nicht. Die Verluste lagen 2012 bei 92 Millionen Euro. «Wir sind letztes Jahr in sieben Ländern neu eingestiegen, das ist teuer», sagte Schneider. Zudem habe man in den Ausbau des Sortiments, die eigene Logistik und in die IT investiert.

Keine Expansionspläne

In den deutschsprachigen Ländern aber, mit denen Zalando vor vier Jahren gestartet ist und heute mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes generiert, hätten sie 2012 erstmals schwarze Zahlen geschrieben.

Wann Zalando insgesamt profitabel werden soll, dazu wollte Schneider im Gespräch mit der Zeitung nichts sagen. «Aber wir haben für dieses Jahr keine Expansionspläne in andere Länder mehr. Wir sind in Europa in fast allen Märkten vertreten und wollen dort weiterwachsen», sagte er.

Kein Börsengang geplant

Experten schätzen den Wert von Zalando zurzeit auf mehrere Millionen Euro. Ein Verkauf wäre also für Schneider und seinen Geschäftspartner Robert Gentz ein gutes Geschäft. Doch laut Schneider ist daran nicht zu denken.

«Ich habe nicht ausgerechnet, wie viel das genau wäre. Ich will ja derzeit nicht verkaufen», sagte er. Auch gebe es keine konkreten Pläne für einen Börsengang. Er wolle sich erst einmal auf das Geschäft konzentrieren, denn da sehe er noch viel Potenzial.

«95 Prozent der Deutschen kennen Zalando»

Rund 150'000 Produkte werden laut dem Unternehmen auf der Website angeboten. Am meisten würden Frauen zwischen 25 und 35 Jahren auf den Kaufen-Button drücken, sagte Schneider. Sie seien aber auch diejenigen, die am meisten vom Gratis-Rückversand Gebrauch machen würden. Bei Zalando käme insgesamt rund die Hälfte des Versandes zurück. «Das gehöre jedoch zum Geschäft. Wir haben keine Umkleidekabinen, deshalb müssen wir kostenlos zurückschicken können. Das schafft Vertrauen.»

Bekannt wurde Zalando vor allem durch seine Fernsehwerbung (siehe Box). «Inzwischen wird der Schrei mit uns identifiziert», erklärte Schneider im Gespräch. «Da merkt man, dass man zum Markenzeichen geworden ist. In Deutschland kennen 95 Prozent der Menschen die Marke Zalando. Das ist enorm.»

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