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Barry Callebaut wächst stärker als der Markt

Der grösste Schokoladenhersteller der Welt hat seine Verkaufsmenge im ersten Geschäftshalbjahr gesteigert. Entgegen der allgemeinen Entwicklung ist dem Konzern in Europa die Trendwende gelungen.

Der weltgrösste Schokoladehersteller Barry Callebaut hat in den vergangenen Monaten den Verkauf seiner süssen Massen gesteigert. Die Kosten für die ehrgeizigen Expansionspläne haben aber den Gewinn zusammenschmelzen lassen.

Im ersten Geschäftshalbjahr 2012/12 (per Ende Februar) stieg der Umsatz aus dem Verkauf von Kakao- und Schokoladenerzeugnissen um 10,4 Prozent in Lokalwährungen und um drei Prozent in Franken auf 2,48 Milliarden Franken. Vor allem in den Monaten Dezember bis Februar beschleunigte sich das Wachstum.

Barry Callebaut legte in allen drei seiner Verkaufsregionen - Europa, wo die Hälfte des Umsatzes herkommt, Nordamerika und Asien- Pazifik - zu, wie Konzernchef Jürgen Steinemann am Montag vor den Medien in Zürich erläuterte. Das Unternehmen sei stärker als der Markt gewachsen, betonte er.

Betriebsresultat sinkt

Das Betriebsresultat lag mit 175,1 Millionen Fr. dagegen deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 200,2 Mio Franken. Die Folgen der Frankenstärke für das Betriebsresultat bezifferte Barry Callebaut auf rund 14 Millionen Franken. Der Rückgang betrug in den Währungen der Märkte 5,5 Prozent, in Franken 12,5 Prozent.

Barry Callebaut verkaufte mit knapp 32 Millionen Fr. Verlust das deutsche Traditionsunternehmen Stollwerck. Daneben kostete aber auch die Expansion viel Geld: Mit rund 20 Millionen Fr. weist das Unternehmen mit belgischen und französischen Wurzeln Vertriebs- und Anlaufkosten sowie Belastungen durch Investitionen aus.

Barry Callebaut investierte in Fabriken in Europa, Afrika, Asien sowie in Nord- und Mittelamerika. Einige Anlagen wurden erweitert, einige neu errichtet.

Das Unternehmen, das einige der grössten Nahrungsmittelhersteller der Welt als Kunden hat, hat in der Vergangenheit für Kunden wie Nestlé oder die Schokoladeproduzenten Cadbury und Hershey's ein bis zwei Jahre Anlaufzeit benötigt. Ein bereits abgeschlossener «besonders grosser» Vertrag mit dem US-Konzern Kraft Foods brauche drei Jahre Anlaufzeit, sagte Konzernchef Steinemann.

Analysten enttäuscht

Der Gewinn fiel schliesslich um 11,3 Prozent in lokalen Währungen und 18 Prozent in der Schweizer Währung auf 121,8 Millionen Franken. Während Analysten dem Umsatzwachstum Anerkennung zollten, beurteilten sie die Profitabilität negativ. Der Aktienkurs fiel bis Börsenschluss um 3,5 Prozent.

Weil Investitionen den Gewinn nach unten zögen, dürfe das Resultat aber nicht allzu negativ bewertet werden, schrieben die Experten der St. Galler Bank Notenstein. Auch die UBS-Spezialisten sagten, Barry Callebaut sei auf dem richtigen Weg. Der Gewinnrückgang scheine aber dennoch recht hoch zu sein.

SDA/jak

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