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Banker wegen Geldwäscherei verurteilt

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat fünf Kaderleute der ehemaligen Discount Bank & Trust Cie wegen Geldwäscherei zu bedingten Freiheitsstrafen und Bussen verurteilt.

Sie sollen rund 45 Millionen Dollar für einen Ring von korrupten brasilianischen Steuerbeamten gewaschen haben. Die beiden Hauptangeklagten, der Direktor der Zürcher Filiale der Discount Bank & Trust Cie (DBTC) und der Verantwortliche des Südamerikageschäfts, erhielten eine bedingte Freiheitsstrafe von je 486 Tagen sowie eine unbedingte Geldstrafe von 54 Tagessätzen zu 400 Franken beziehungsweise 340 Franken.

Weniger als von der Anklage gefordert

Zwei weitere Angeklagte, bei denen es sich um den DBTC-Chefjuristen und den stellvertretenden Generaldirektor handelte, wurden zu einer bedingten Freiheitsstrafe von je 405 Tagen sowie zu einer unbedingten Geldstrafe von je 45 Tagessätzen zu 400 beziehungsweise 270 Franken verurteilt. Der Compliance-Verantwortliche erhielt eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 165 Franken, wobei 36 Tage unbedingt ausgesprochen wurden. Daneben müssen alle Angeklagten einen Fünftel der Prozesskosten, das heisst je knapp 60'000 Franken bezahlen.

Mit den Urteilen blieb das Gericht unter den Anträgen der Bundesanwaltschaft. Insbesondere wurden die beiden Hauptangeklagten nicht wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei, sondern wie die drei anderen wegen einfacher Geldwäscherei verurteilt. Das Bundesstrafgericht hatte den Geldwäscherei-Prozess Ende Juli wieder aufgenommen, nachdem er im Juni unterbrochen worden war. Alle Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert und ihre Mandanten als Opfer bezeichnet.

Verteidiger kündigen Rekurs an

Die Verteidiger sind verärgert über das Urteil. Er sei geschockt, sagte ein Anwalt auf Anfrage. Das Bundesstrafgericht habe entlastende Elemente überhaupt nicht in Betracht gezogen. Das Urteil treffe die Banker extrem hart.

Voraussichtlich werden alle fünf Verurteilten Beschwerde gegen das Urteil einreichen. Sie hatten sich vor Gericht als unschuldig bezeichnet. Ihre Anwälte hatten Freisprüche gefordert.

Stöhlker-Aktion vor Urteilseröffnung

Vor der Gerichtsverhandlung hatten sie in einem von PR-Berater Klaus J. Stöhlker verfassten Communiqué angekündigt, dass der Prozess mit einem «der grössten Flops der jüngeren Schweizer Justizgeschichte» für die Bundesanwaltschaft enden werde.

ap/sda/cpm

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