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Bank-Aktien im Hoch dank Basel III

Die Aktien europäischer Banken haben mit deutlichen Kursgewinnen auf die neuen internationalen Risiko-Vorschriften für die Finanzbranche reagiert. Basel III beflügelt auch UBS und CS, sie führen den SMI an.

Die Papiere der französischen Bank Crédit Agricole kletterten nach Handelsstart um 4,5 Prozent, jene der italienischen Grossbank und Hypovereinsbank-Mutter Unicredit um 4,2 Prozent. Auch die Papiere der Commerzbank legten um 1,5 Prozent zu.

Die UBS notiert um 10.30 Uhr 0,82 Prozent im Plus, die Credit Suisse gar 1,95 Prozent. Die Bank Julius Bär steht 1,1 Prozent höher.

Deutsche Bank-Aktien hingegen entwickelten sich uneinheitlich, nachdem die Deutsche Bank am Wochenende bekanntgegeben hatte, bei Aktionären Milliarden für die endgültige Übernahme der Postbank einsammeln zu wollen. Die Papiere der Deutschen Bank verloren an der Börse in Frankfurt am Main 0,4 Prozent. Die Aktien der Postbank rutschten um rund 6,5 Prozent ab auf rund 25,31 Euro.

Schärfere Risiko-Vorschriften

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht – der Zusammenschluss der Finanzmarktwächter und Notenbanker der grossen Wirtschaftsnationen – hatte gestern Abend schärfere Risiko-Vorschriften für die Bankenbranche weltweit beschlossen.

Das Regelwerk unter dem Namen Basel III schreibt den Kreditinstituten vor, künftig deutlich mehr Geld für Notsituationen wie Finanzkrisen anzusparen.

Bankenvertreter fürchten Einschränkungen

Die Auswirkungen des neuen Banken-Regelwerks Basel III auf die Schweizer Banken legt letztlich die Finanzaufsichtsbehörde Finma fest. Bankenvertreter warnen vor Nachteilen für den Finanzplatz und durch eine mögliche Einschränkung der Kreditvergabe auch für die Wirtschaft.

Für die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) sind die Vorschläge von Basel III nach einer ersten Beurteilung «weitreichend»: Da die Schweizer Banken gut kapitalisiert seien, erwartet der Branchenverband von der Finma daher «Augenmass», wie in einer Verlautbarung am Montag festgehalten wird.

Die Finanzaufsichtsbehörde solle lange Übergangsfristen festlegen und ihre Bestimmungen auf die globale Situation abstimmen, fordert die SBVg. Grundsätzlich setzen die Vorschläge der Bankenregulatoren aber am richtigen Ort an: So begrüsst der Verband, dass die Qualität des Eigenkapitals der Institute verbessert werden solle.

CS: Werden genug Geld haben

Die Credit Suisse (CS) kann nach eigener Einschätzung die benötigten Kapitalpuffer in den nächsten Jahren aus ihren Gewinnen anhäufen. Für die Aktionäre gibt die Grossbank Entwarnung: Kapital- und Dividendenpolitik müssten nicht materiell geändert werden, sagte CS-Sprecher Marc Dosch der Nachrichtenagentur SDA.

Die Bank habe schon vor zwei Jahren ihr Geschäftsmodell geändert und stehe nun besser da als vergleichbare Banken im Ausland. Die risikogewichteten Aktiven seien seit 2007 um 30 Prozent reduziert worden.

Indem die CS bewusst Kapital behalte und zum Beispiel den Eigenhandel fast ganz geschlossen habe, sei die Bank schon seit längeren auf regulatorische Veränderungen eingestellt, sagte Dosch. Ob die neuen Vorschriften die Kreditvergabe einschränken, könne aus heutiger Sicht nicht beurteilt werden.

(AFP/sda)

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