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Axpo fährt Verlust in Milliardenhöhe ein

Der Energiekonzern schreibt 2015/2016 einen Verlust von 1,25 Milliarden Franken. In den kommenden Jahren werden der Verwaltungsrat entpolitisiert und neue Investoren an Bord geholt.

Milliarden-Verlust: Blick auf die Staumauer Muttsee des Pumpspeicherwerks Limmern der Axpo Holding AG. (Archiv).
Milliarden-Verlust: Blick auf die Staumauer Muttsee des Pumpspeicherwerks Limmern der Axpo Holding AG. (Archiv).
Gian Ehrenzeller, Keystone

Der Energiekonzern Axpo hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 einen Verlust von 1,25 Milliarden Franken geschrieben. Das ist ein Rekordverlust. Hauptgrund dafür sind weitere Rückstellungen für Energiebezugsverträge. Gleichzeitig plant der Konzern neue Investoren an Bord zu holen und den Verwaltungsrat umzugestalten.

Die Wertberichtigungen und Rückstellungen auf Kraftwerke und Energiebezugsverträge summierten sich dabei auf 1,6 Milliarden Franken. Rund einen Milliarde Franken zusätzlich musste die Axpo gemäss dem Finanzbericht für Energiebezugsverträge zurückstellen.

Limmern mit massivem Wertverlust

Die Abschreibungen, Amortisationen und Wertminderungen auf Kraftwerke und Netze betragen 558 Millionen Franken. Ein Grossteil davon ist auf das neuen Pumpspeicherkraftwerk Limmern zurückzuführen. Mitte September teilte nämlich die Axpo mit, dass sie den Wert dieses Werks um 540 Millionen Franken nach unten korrigieren muss.

Abgesehen davon lief es dem Energiekonzern aber auch sonst nicht rund. So steigerte Axpo zwar die abgesetzte Strommenge um 4,7 Prozent auf 84,9 Terawattstunden. Die Gesamtleistung im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierte sich jedoch gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent auf 5,4 Milliarden Franken. Diesen Rückgang ist gemäss Axpo im Wesentlichen auf die auf tieferem Niveau abgesicherten Strompreise zurückzuführen.

Drittes Negativjahr in Folge

Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Sondereinflüssen im Umfang von 637 Millionen Franken bezeichnet der Energiekonzern angesichts der schwierigen Marktbedingungen als ansprechend. Aber auch dieser Wert fiel geringer aus als im Vorjahr (834 Millionen Franken).

Mit dem Minus von 1,25 Milliarden Franken setzt Axpo die Reihe der roten Zahlen fort. Bereits in den zwei Vorjahren gab es Verluste. Mit 990 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2014/2015 und 730 Millionen Franken 2013/2014 fielen diese damals jedoch tiefer aus.

Kein Verkauf von Kraftwerken

Weiter teilte der Energiekonzern mit, dass er neue Investoren an Bord holen will. Auf den Verkauf von bestehenden Kraftwerken wird jedoch entgegen der bisherigen Pläne verzichtet. Die neuen Investoren sollen sich dabei an einer neu geschaffenen Einheit beteiligen. Diese wird die bisherigen Geschäftsfelder erneuerbare Energie, internationales Kundengeschäft, Netze und Asset-Vermarktung umfassen.

Über den Umfang der geplanten Transaktion macht die Axpo keine Angaben. Der Aufbau der neuen Einheit mit dem Titel «Axpo Solutions» soll zwei Jahre dauern, wie es in der Mitteilung heisst. Der Gang an den Kapitalmarkt ist für das Jahr 2019 geplant.

Verwaltungsrat verkleinern und entpolitisieren

Der Axpo-Verwaltungsrat wird umgestaltet. Künftig sollen keine Vertreter der Kantonswerke und möglichst auch keine Politiker mehr im Verwaltungsrat sitzen. Axpo-Verwaltungsratspräsident Thomas Sieber bezeichnete an einer Medienkonferenz in Zürich den Entscheid zur Umgestaltung des Verwaltungsrates als wegweisend. Konkret sind drei Massnahmen geplant.

So sollen künftig keine Vertreter von Kantonswerken mehr im Verwaltungsrat der Axpo Holding Einsitz nehmen. Sieber begründete das mit den möglichen Interessenskonflikten. Im Gegensatz zu früher seien heute Kantonswerke und die Axpo vermehrt Konkurrenten am Markt.

Fachleute statt Regierungsräte

Die zweite Änderung betrifft die Einsitznahme der Regierungsräte. Auch dies soll es künftig nicht mehr geben. Der Verwaltungsrat soll entpolitisiert werden, sagte Sieber. An Stelle der Politiker sollen Fachleute Einsitz nehmen.

Schliesslich soll drittens der Verwaltungsrat von heute 13 auf 9 Mitgliedern verkleinert werden.

Geplant ist dabei, dass diese Umgestaltung bis zur Generalversammlung 2018 vollzogen werden soll. Entscheide, wer noch im Verwaltungsrat verbleibt und wer nicht, sind gemäss Sieber noch keine gefallen.

SDA/nag

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