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Auch Schweizer Frauen kreischen vor Glück

Vor rund einem Jahr startete der Schuh- und Kleiderversand Zalando in der Schweiz. Jetzt sind erstmals Zahlen erhältlich: Jede dritte Frau hat bereits Zalando-Schuhe bestellt. Der Versandhandel ist aber umstritten.

«Schreien vor Glück» - so lautet der Werbespruch von Zalando, den auch die Schweizer Frauen erhört haben.
«Schreien vor Glück» - so lautet der Werbespruch von Zalando, den auch die Schweizer Frauen erhört haben.

Markenschuhe, Kleider und Accessoires, die Frauen um den Verstand bringen. Dies suggeriert die Werbung für den Versanddienst Zalando, die im Netz allgegenwärtig ist. Damit hat es der Schuhversand innerhalb von vier Jahren geschafft, seine Marke zu etablieren. Seit Oktober 2011 können auch Schweizer Kunden beim Berliner Händler Markenschuhe bestellen, was sie einer Studie des Marktforschungsinstituts GFK zufolge auch fleissig tun. Bereits jede dritte Schweizerin soll bei Zalando Schuhe bestellt haben. Das berichtete der «Landbote» in seiner heutigen Ausgabe. (Artikel online nicht verfügbar.)

Rasanter Umsatzzuwachs

Hinter Zalando stehen die Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer. Sie starteten den Versanddienst vor rund vier Jahren – über den Erfolg des Unternehmens wird seit längerem spekuliert. Die Umsatzzahlen zeigen zwar einen rasanten Zuwachs von rund sechs Millionen Euro im Jahr 2009 bis zu einem geschätzten Umsatz von über einer Milliarde im Jahr 2012 an. Gewinnzahlen waren bis anhin aber nicht erhältlich. Experten bezweifeln, ob das Geschäftsmodell mit kostenlosem Versand und Rücksenderecht so rentieren kann.

Sie gehen von einer Rücksendequote von 70 Prozent aus, weil die meisten Kunden routinemässig Schuhe in verschiedenen Grössen bestellen und die unpassenden wieder zurückschicken. Zudem hat Zalando ein riesiges Marketingbudget und wirbt äusserst aggressiv in TV, Radio, Print und Internet. Erst kürzlich wurde das Unternehmen aufgrund seiner Werbung mit einem Marketingpreis ausgezeichnet. Trotzdem gilt das Unternehmen als beispiellose Erfolgsgeschichte und als Massstab für den Online-Handel der jüngeren Generation und gilt als Massstab der Branche.

Umstrittene Arbeitsbedingungen

Im Juni dieses Jahres geriet Zalando in die Schlagzeilen, weil wiederholt Schweizer Kunden gemahnt worden waren, die ihre Rechnungen längst bezahlt hatten. Zalando-Region-Manager Zentraleuropa, Ivo Scherkamp, sprach damals von einem «Kapazitätsproblem». Ebenfalls in die Schlagzeilen geriet Zalando wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in den Versandhäusern. Die Arbeit ist schlecht bezahlt, die Bedingungen in den Lagerhäusern sind miserabel, die Arbeiter sollen teilweise durch unsinnige Regeln schikaniert werden – davon berichtete eine Reportage des ZDF. Das sorgte für grosse Empörung bei den Kunden. Das Unternehmen selber versprach, die Bedingungen für seine Angestellten zu verbessern. Welche konkreten Massnahmen getroffen wurden, ist nicht bekannt.

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