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Auch osteuropäischen Staaten droht der Kollaps

Nicht nur Island steht vor dem Staatsbankrott. Auch in Osteuropa bewegen sich einige Länder am Rande des Ruins. Ökonomen befürchten, dass es zu einem Domino-Effekt kommen könnte.

Nach dem dramatischen Wirtschaftskollaps in Island sorgen sich Ökonomen nun auch um die Zukunft einiger osteuropäischen Länder. In der Ukraine hat die Landeswährung Hryvna in nur wenigen Tagen gegenüber dem Dollar fast 20 Prozent an Wert verloren, die Inflationsrate stieg auf alarmierende 25 Prozent. Zudem ist die viertgrösste Bank des Landes in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Im Land macht sich Panik breit: Bereits haben Ukrainer damit begonnen, massenweise ihre Sparkonten aufzulösen. Sie tauschen ihre eigene Währung Hryvna in Dollar um, wer kann, kauft auch Gold. Die Ukraine hofft auf Hilfe von aussen: Heute Freitag gab die Regierung bekannt, dass der IWF bereit ist, einen Notkredit in der Höhe von 14 Milliarden Dollar einzuschiessen.

Nicht viel besser steht es um Ungarn. Der Finanzmarkt ist schwer erschüttert. Der Handel mit Staatsanleihen brach in den vergangenen Tagen zeitweise komplett zusammen, zugleich kämpfen die Banken mit Liquiditätsschwierigkeiten. Die Landeswährung, der Forint, befand sich vergangene Woche im freien Fall, nur ein Notkredit der Europäischen Zentralbank in der Höhe von fünf Milliarden Euro konnte heute eine Stabilisierung bringen. Ökonomen halten diese Erholung aber bloss für ein Strohfeuer: Die Währung könnte schon bald wieder unter Druck geraten. In diesem Falle hat mittlerweile der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Unterstützung zugesagt: Er ist bereit, Ungarn im Notfall mit weiteren milliardenschweren Krediten auszustatten.

Beide Länder leiden darunter, dass ausländische Investoren im Zuge der Finanzkrise ihr Kapital abziehen, das bislang den Wirtschaftsmotor am Brummen hielt. Für nötige Investitionen fehlt im Inland das Geld. Was die osteuropäischen Wirtschaftssysteme zudem anfällig macht: Im Gegensatz zum Westen sind sie finanziell nicht in der Lage, für ihre Banken Rettungspakete zu schnüren. Sie müssen sich ganz auf Hilfe aus dem Ausland verlassen.

Das Überleben der osteuropäischen Staaten hängt laut Finanzexperten denn auch zu einem grossen Teil vom Ausland ab. Die osteuropäischen Bankensystemen werden von Finanzunternehmen aus dem Westen dominiert. Die Gretchenfrage ist dabei, ob die angeschlagenen Banken bereit sind, für die Verlustgeschäfte in Osteuropa aufzukommen.

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