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Auch die Credit Suisse verliert Kunden

Reinverlust von 1,3 Milliarden Franken, Vermögensabzug bei institutionellen Anlegern, Abbau der Risikopositionen: Auch die CS kämpft mit den Folgen der Finanzkrise.

CS-Chef Brady Dougan: Schlecht, aber immer noch besser als die Konkurrenz.
CS-Chef Brady Dougan: Schlecht, aber immer noch besser als die Konkurrenz.
Keystone

Im Gegensatz zur UBS verzeichnet die Credit Suisse im dritten Quartal insgesamt noch immer einen Neugeldzufluss, dieser verkam allerdings zum Rinnsal. Zwischen Juli und September konnte die Bank noch netto 1,5 Milliarden Franken neue Gelder anziehen. Drei Monate zuvor waren es noch 14 Milliarden Franken gewesen.

Zwar habe das Private Banking im dritten Quartal netto 14,5 Milliarden Franken Neugelder verbucht. Dazu habe die Vermögensverwaltung für Reiche 11,3 Milliarden Franken beigesteuert. Aber in der Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger (Asset Management) flossen 16,5 Milliarden Franken ab. Damit steht die CS aber immer noch deutlich besser da als Konkurrentin UBS. Diese musste im dritten Quartal einen Nettogeldabfluss von über 80 Milliarden Franken hinnehmen.

Per Ende September wies die Credit Suisse verwaltete Vermögen von 1370 Milliarden Franken auf, 12,9 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode.

Risikopositionen auf 31,5 Milliarden reduziert

Auch im dritten Quartal hat die Grossbank ihre Risikopositionen weiter verringert in Bereichen, die von den Verwerfungen an den Hypotheken- und Kreditmärkten am meisten betroffen sind. Die Risikopositionen bei Leveraged Finance, Geschäftshypotheken sowie Wohnhypotheken und CDO Subprime beliefen sich Ende des dritten Quartals auf 31,5 Milliarden Franken, verglichen mit 35,8 Milliarden Franken Ende des zweiten Quartals 2008. Dass die Positionen nicht noch stärker zurückgegangen sind, führte Credit-Suisse-Finanzchef Renato Fassbind auf den wieder stärker gewordenen Dollar zurück.

Insgesamt fühle sich die Bank mit dem Niveau der Risikopositionen wohl, sagte Fassbind. Bei Leveraged Finance habe es sogar wieder ein gewisses Neugeschäft gegeben, das gesund sei.

Wie bereits Mitte Oktober berichtet verzeichnet die Bank für das dritte Quartal einen Reinverlust von 1,261 Milliarden Franken. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte die Credit Suisse noch einen Reingewinn von 1,302 Milliarden Franken verzeichnet.

2,5 Milliarden Abschreiber

Im Investment Banking wies die Bank einen Vorsteuerverlust von 3,225 Milliarden Franken aus, nach einem Vorsteuergewinn von sechs Millionen Franken im Vorjahresquartal. Der Verlust enthält Wertverminderungen von 2,428 Milliarden Franken in den Geschäftsbereichen Leveraged Finance und strukturierte Produkte. Das Resultat widerspiegle aber auch Verluste aus den Handelsaktivitäten in einem ausserordentlich widrigen Marktumfeld im September. Die Finanz- und Bankenwelt habe im September beispiellose Verwerfungen in einer Reihe von Märkten erlebt, wurde Konzernchef Brady W. Dougan in der Mitteilung zitiert. Das Ergebnis sei deshalb keine Überraschung, aber dennoch enttäuschend.

Das Asset Management verzeichnete einen Vorsteuerverlust von 58 Millionen Franken, gegenüber einem Vorsteuergewinn von 45 Millionen Franken im dritten Quartal 2007. Das Private Banking mit den Bereichen Wealth Management und Corporate & Retail Banking wies ein Ergebnis vor Steuern von 789 Millionen Franken auf, 39 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresquartal.

110 Privatkundenberater eingestellt

Im Rahmen ihrer strategischen Investitionen in den globalen Ausbau ihres Geschäft hat die Bank im dritten Quartal 110 Privatkundenberater eingestellt.

In Bezug auf den Ausblick zeigte sich Fassbind zurückhaltend. Die Grossbank rechnet mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld und bleibt bei ihrer Prognose für das vierte Quartal vorsichtig. In Bezug auf die umstrittenen Bonuszahlungen liess sich Fassbind nicht auf die Äste hinaus. Die Boni würden jeweils erst Ende Jahr festgelegt, und zwar entsprechend dem Geschäftsverlauf, sagte er lediglich.

sda/ap/cpm

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