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Apple will nicht mehr böse sein

Der iPhone-Hersteller gibt bekannt, dass sich die Arbeitsbedingungen bei den chinesischen Zulieferern bessern sollen. Der Schritt dürfte branchenweit Folgen haben.

Der Chef macht sich ein Bild: Tim Cook in einer Fabrik von Foxconn im chinesischen Zhengzhou. (28. März 2012)
Der Chef macht sich ein Bild: Tim Cook in einer Fabrik von Foxconn im chinesischen Zhengzhou. (28. März 2012)
Keystone
Nach massiver Kritik an den Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in China geht Apple in die Offensive. Die Arbeitsbedingungen sollen sich bei Foxconn verbessern. (28. März 2012)
Nach massiver Kritik an den Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in China geht Apple in die Offensive. Die Arbeitsbedingungen sollen sich bei Foxconn verbessern. (28. März 2012)
AFP
Ein Imageverlust für Apple: In Hongkong kommt es zu Protesten gegen die schlechten Arbeitsbedingungen bei Foxconn. (7. Mai 2011)
Ein Imageverlust für Apple: In Hongkong kommt es zu Protesten gegen die schlechten Arbeitsbedingungen bei Foxconn. (7. Mai 2011)
Keystone
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Nach massiver Kritik an den Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in China geht der iPhone-Hersteller Apple in die Offensive.

Eine unabhängige Untersuchung bei chinesischen Zulieferfirmen von Apple hat einige Missstände bei den Arbeitsbedingungen aufgedeckt. Demnach arbeiten Beschäftigte häufig mehr als 60 Stunden pro Woche und manchmal eine ganze Woche am Stück, was gegen chinesische Vorschriften verstösst, wie die Fair Labor Association (FLA) in einem heute veröffentlichten Bericht erklärte.

49-Stunden-Woche

Die Kalifornier vereinbarten nun weitreichende Verbesserungen bei den chinesischen Zulieferern. Der auch als Foxconn bekannte Fabrikbetreiber Hon Hai habe inzwischen zugesagt, die Wochenarbeitszeit auf das zulässige Maximum von 49 Stunden zu senken. Zum Ausgleich für die Kürzung sollten die Stundenlöhne in den Fabriken, in denen unter anderem iPhones und iPads von Apple gefertigt werden, angehoben werden. Apple hatte die FLA-Untersuchung in Auftrag gegeben. Die Inspekteure besuchten im Februar und März drei Foxconn-Komplexe mit insgesamt 178'000 Beschäftigten.

Der asiatische Auftragsproduzent diverser Apple-Produkte von iPhone bis iPad soll zudem Zehntausende neue Arbeiter einstellen, wie Apple heute nach der ersten offiziellen Reise des neuen Konzernchefs Tim Cook nach China mitteilte. Foxconn werde illegalen Überstunden einen Riegel vorschieben, Sicherheitsmassnahmen verstärken und die Unterbringung der Arbeiter verbessern.

Folgen auch für Dell und Amazon

Die Vereinbarung des wertvollsten börsennotierten Technologiekonzerns mit dem chinesischen Partner dürfte branchenweit Folgen haben. Foxconn wird zur Last gelegt, die Arbeiter unter sehr schlechten Bedingungen zu beschäftigen. Für negative Schlagzeilen sorgten zudem die Selbstmorde mehrerer Angestellter.

Doch Experten zufolge geht es vielen chinesischen Arbeitern in Zulieferbetrieben für westliche Konzerne noch schlechter. Kritiker wie unabhängige Arbeitsorganisationen hoffen, dass mit Apples Schritt nun Standards gesetzt werden.

Auch für andere Foxconn-Vertragspartner wie Dell und Amazon könnten nun die Arbeitskosten steigen. Für die Konsumenten wird der Effekt dagegen als gering eingestuft, weil Ausgaben für die Arbeitskraft bei den meisten Technik-Produkten nur einen geringen Kostenfaktor darstellen.

sda/dapd/kle

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