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Andy Rihs erhält eine Décharge

Die Aktionäre von Sonova haben ihrem Verwaltungsrat Entlastung erteilt – wenn auch nur knapp. Durch einen mutmasslichen Insiderhandel ist der Hörgerätehersteller zuletzt stark in Verruf geraten.

«Wir haben nicht geschlafen»: Verwaltungsratspräsident Robert Spoerry.
«Wir haben nicht geschlafen»: Verwaltungsratspräsident Robert Spoerry.
Keystone

Seit Ende März erschüttert Sonova die Frage, ob Topleute der Sonova unerlaubterweise mit Wissen um tiefere Gewinnprognosen Aktienpakete verkauft hatten. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich ermittelt in diesem Fall laut früheren Aussagen gegen Ex- Unternehmenschef Valentin Chapero und den früheren Finanzchef Oliver Walker, die nach Bekanntwerden der Vorgänge den Hut nahmen.

Für mehr als 47 Millionen Franken Aktien verkauft

Nur kurz bevor Sonova wegen des Rückrufs von Hörimplantaten am 16. März für das Geschäftsjahr 2010/11 die Gewinnprognose senkte, verkauften Topmanager für über 47 Millionen Franken Aktien. Etwa 37 Millionen verkaufte Rihs, der die Papiere seitdem aber wieder zurückgekauft hat.

Laut Sonova-Verwaltungsratspräsident Robert Spoerry steht auch Rihs unter Insiderverdacht. Das Gremium sei aber überzeugt, dass Rihs eine reine Weste habe, sagte Spoerry.

Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft richte sich gegen Personen, betonte Spoerry zudem. Ermittlungen der Schweizer Börse wegen möglicher Verletzung der Offenlegungsvorschriften betreffen hingegen das Unternehmen.

Widerstand von Aktionärsgruppen

An der Generalsversammlung am Dienstag in Zürich waren von 26'515'804 gültigen Aktionärsstimmen allerdings nur 16'762'349 für die Entlastung. Bekannte Aktionärsgruppen wie Actares und Ethos hatten zur Verweigerung der Décharge aufgerufen, weil sie glauben, der Verwaltungsrat habe seine Aufsichtspflicht im möglichen Insiderskandal vielleicht nicht richtig wahrgenommen.

Der Entschädigungsbericht fand die Zustimmung eines Grossteils der anwesenden stimmberechtigten Aktien. Dieser ist aber nicht bindend.

Entschuldigung des Präsidenten

Die Krise, die Sonova seit März beschäftigt und zu einem tieferen Aktienkurs geführt hat, habe zu einem Vertrauensverlust bei Aktionären und Mitarbeiten geführt, sagte Spoerry weiter. Es seien gewisse Abläufe und Weisungen nicht immer eingehalten worden. Die Gewinnwarnung sei zudem einige Tage zu spät erfolgt.

«Ich möchte mich für die inakzeptablen Vorgänge entschuldigen», sagte Spoerry. Kritik am Verwaltungsrat, wie sie einige Aktionäre am Rednerpult äusserten, wies er hingegen zurück.

«Wir haben nicht geschlafen», sagte Spoerry. Die Richtlinien zum Insiderhandel und der Entscheid über die Herausgabe von börsenrelevanten Informationen lägen beim Unternehmens- und beim Finanzchef, sagte Spoerry.

Sonova liess die Vorgänge vom März untersuchten, veröffentlicht den entsprechenden Bericht aber weiterhin nicht. Dies stiess bei der Aktionärsgruppe Actares ebenfalls auf Kritik.

SDA/miw

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