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«Analysten wollen Ergebnisse für ihre Interessen zuspitzen»

Swatch-Chef Nick Hayek sagt, warum er die Resultate früher präsentierte als geplant und erklärt das Geheimnis des Erfolgs des Uhrenkonzerns.

Swatch-Chef Nick Hayek mit Geschäftsleitungsmitglied Arlette Emch: «Das Rekordergebnis war keine Überraschung, sondern eine Bestätigung.»
Swatch-Chef Nick Hayek mit Geschäftsleitungsmitglied Arlette Emch: «Das Rekordergebnis war keine Überraschung, sondern eine Bestätigung.»
afp

Herr Hayek, die Halbjahresergebnisse der Swatch Group waren auf Mitte Monat angekündigt. Warum kommunizieren Sie nun rund zehn Tage früher? Nick Hayek: Haben wir Euch alle erwischt?

Ja. Wissen Sie, einige Analysten wollen die Ergebnisse für ihre Interessen zuspitzen. Darum haben wir uns gesagt: Das Beste ist, wir sind unberechenbar. Dann wagt niemand, zu spekulieren und zu manipulieren.

Die Swatch Group hat noch mehr verkauft als im Rekordjahr 2008. Sind Sie überrascht? Nein. Unsere Zielsetzung war, und dies haben wir auch so kommuniziert, 2010 zum Rekordjahr zu machen. Deshalb war das Ergebnis nicht eine Überraschung, sondern eine Bestätigung. Aber es ist die Frucht einer langfristigen Strategie, von der wir auch 2009 nie abgewichen sind, obwohl das Umfeld ein wenig schwieriger war, als es dieses Jahr ist.

Sie haben in den vergangenen anderthalb Jahren nie von einer Krise gesprochen, immer nur von einer Verlangsamung. Sie lagen offenbar richtig. Ja, schauen Sie, ich habe Anfang 2009 mit Vehemenz darauf hingewiesen, dass es sich um eine massive Krise der Finanzwirtschaft und nicht der Realwirtschaft handle. Und dass die generelle Hysterie, die damals um sich griff, absolut ungerechtfertigt sei und was die Realwirtschaft betreffe allen nur schade. Nach so vielen Jahren mit anhaltendem Boom kann es doch sein, dass es einen Knick gibt.

Welches sind die Gründe, dass die Swatch Group besser abgeschlossen hat als die Branche? Die Swatch Group ist ein einmaliges Gebilde. Nicht nur, dass wir für die gesamte Uhrenindustrie ein Massstab sind, weil wir allen andern liefern. Sondern weil wir in allen Segmenten vertreten sind. Wir haben mit der Marke Swatch nie den Blick verloren für das unterste Segment. Es ist Teil unserer Strategie, starke Marken in allen Segmenten zu haben.

Wenn wir schon bei dem Segmenten sind, wo konnten Sie am meisten zulegen? Breguet hat sehr gut operiert und Blancpain auch. Am stärksten gewachsen sind Omega, Longines, Tissot und Mido. Das sind diejenigen Marken, die auch 2009 sehr stark waren. Der Gewinn im Jahr 2009 der Marke Tissot alleine ist grösser als der gesamte Gewinn der Uhren- und Schmucksparte eines grossen französischen Luxuskonzerns.

Konnten Sie das Wachstum problemlos bewältigen. Oder gab es Engpässe? Es gab und gibt Kapazitätsengpässe. Zum Beispiel bei den Zifferblättern, den Gehäusen und beim neuen Co-Axial Damenwerk der Omega. Aber wir sind wie immer dran zu investieren.

Das Eigenkapital der Swatch Group ist weiter gewachsen. Planen Sie Zukäufe? Wenn sich die Gelegenheit bietet, die Akquisition einer guten Marke zu machen, dann sagen wir nicht Nein. Aber wir sind nicht die, die auf die Pirsch nach neuen Firmen gehen. Unsere Zeit verbringen wir damit, Wachstum mit dem zu generieren, was wir haben.

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