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Air France-KLM vergibt Milliardenauftrag an Airbus und Boeing

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft teilt einen Grossauftrag zwischen Airbus und Boeing auf. Zuvor versuchte die Regierung in Paris Einfluss auf den Entscheid zu nehmen.

Sucht den Kompromiss: Pierre-Henri Gourgeon, Konzernchef von Air France-KLM.
Sucht den Kompromiss: Pierre-Henri Gourgeon, Konzernchef von Air France-KLM.
Reuters

Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat einen umstrittenen Grossauftrag für 50 neue Langstreckenmaschinen zwischen dem europäischen Flugzeugbauer Airbus und dem US-Konkurrenten Boeing aufgeteilt. Der Listenpreis liegt bei zwölf Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Air France-KLM will mit der Bestellung, zu der noch 60 Kaufoptionen kommen, seine Flotte modernisieren.

Airbus soll 25 Maschinen des Typs A350-900 liefern, Boeing die anderen 25 Flugzeuge des Typs B787-9 Dreamliner. Der erste neue Langstrecken-Airbus soll 2018 für Air France abheben. Boeing will seinen B787-9 Dreamliner bereits 2016 für KLM starten lassen. Langfristig solle aber die Trennung zwischen Boeing für KLM und Airbus für Air France aufgehoben werden, teilte das französisch-niederländische Unternehmen mit. Für die 60 Maschinen, die Air France-KLM neben den festen Bestellungen noch kaufen will, nannte die Fluggesellschaft noch keinen Hersteller. Airbus teilte mit, Air France-KLM wolle bis zu 60 Flugzeuge des Typs A350 XWB ordern.

Druck aus Paris

Die französische Regierung hatte im Vorfeld Druck auf Air France-KLM gemacht, sich für Airbus mit Sitz im südfranzösischen Toulouse zu entscheiden. Aussenhandelsstaatssekretär Pierre Lellouche sprach Mitte Juni mit Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon. Es gehe schliesslich um französische Arbeitsplätze, begründete Lellouche seine Initiative. Auch rund hundert französische Abgeordnete hatten Air France-KLM aufgefordert, Airbus den Grossauftrag zu geben. Der französische Staat hält gut 15 Prozent der Aktien der Fluggesellschaft.

Das Unternehmen teilte mit, es habe seine Entscheidung nach technischen Kriterien getroffen. Es stattet seine bestellten Maschinen mit Rolls-Royce-Triebwerken aus, US-Konkurrent Boeing hat noch keinen Hersteller für die Turbinen seiner Flugzeuge. «Wir sehen in dieser Entscheidung ein starkes Vertrauensvotum», erklärte Airbus-Verkaufschef John Leahy.

Hart umkämpfter Markt

Mit den neuen Flugzeugen will Air France-KLM alte Maschinen ersetzen und sein Langstreckennetz ausbauen. Das Unternehmen hat Schwierigkeiten, sich auf dem hart umkämpften Markt unter den europäischen Fluglinien zu behaupten. Erst vergangene Woche hatte Chef Gourgeon Kostensenkungen angekündigt. «Unser Ziel ist es, so gut wie die anderen zu sein.» Davon sei das Unternehmen aber «noch weit entfernt».

AFP/jak

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