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Actelion-Aktionäre sagen Nein zu Vergütungsbericht

Erneut Aufstand der Aktionäre: Nach dem Nein zum Vergütungsbericht der Bank Bär wurden nun auch die Manager-Löhne bei Actelion abgelehnt.

Stossen auf Widerstand bei den eigenen Aktionären: Actelion-Geschäftsleitung um Robert Cawthorn (links) und Konzernchef Jean-Paul Clozel. (Archivbild)
Stossen auf Widerstand bei den eigenen Aktionären: Actelion-Geschäftsleitung um Robert Cawthorn (links) und Konzernchef Jean-Paul Clozel. (Archivbild)
Keystone

Die Aktionäre des Biotechnologieunternehmens Actelion haben den Vergütungsbericht mit einer satten Mehrheit von 60 Prozent abgelehnt. Eine Woche nach der Privatbank Julius Bär sprachen sich damit zum zweiten Mal die Eigentümer eines börsenkotierten Schweizer Grossunternehmens in einem nicht bindenden Votum gegen die Löhne des Top-Managements aus.

Der Verwaltungsrat sei von dem Abstimmungsergebnis enttäuscht, aber nicht entmutigt, sagte Verwaltungsratspräsident Jean-Pierre Garnier an der Generalversammlung von Actelion.

«Wir werden den Dialog mit unseren Aktionären fortsetzen, um wirklich ein Vergütungssystem zu entwickeln und zu implementieren, das dem heutigen Umfeld sowie den Bedürfnissen des Unternehmens und seiner Eigentümer entspricht», erklärte er.

CEO Clozel erhielt über 5 Millionen Franken

Die Schlappe für die Actelion-Führungsriege zeigt den wachsenden Widerstand der Anleger gegen zu grosszügige Management-Entlöhnungen. Konzernchef Jean-Paul Clozel hat gemäss dem abgelehnten Vergütungsbericht im Jahr 2012 insgesamt 5,18 Millionen Franken an Gehalt, Boni, Gewinn- und Aktienbeteiligungen bezogen.

Die restlichen vier Geschäftsleitungsmitglieder von Actelion wurden zusammengerechnet mit 8,89 Millionen Fr. entschädigt. Alles in allem ergibt dies eine Vergütungssumme von 14,07 Millionen Franken.

Wichtige Aktionäre Actelions sind unter anderem die Fondsgesellschaften Orbis, Blackrock und Lazard Asset Managers. Ausschlaggebend für die deutlich Ablehnung dürfte die Empfehlung der einflussreichen US-Aktionärsberater ISS und Glass Lewis gewesen sein. Aber auch die Schweizer Aktionärsberater Ethos und Actares hatten zur Ablehnung geraten.

Noch grössere Ablehnung bei Julius Bär

Bei Julius Bär lehnten vor Wochenfrist gar 63,9 Prozent der Aktionäre den Vergütungsbericht ab. Es war das erste Mal, dass die Eigentümer eines SMI-Unternehmens mehrheitlich gegen die Bezüge des Managements und des Verwaltungsrats stimmten.

Die Löhne und Boni für die Geschäftsleitung der Privatbank bezifferte der Bericht auf insgesamt 15,2 Millionen Franken. Konzernchef Boris Collardi allein kam im Jahr 2012 auf einen Gesamtlohn von 6,7 Millionen Franken.

Auch bei Juliur Bär hatte der einflussreiche Aktionärsberater ISS zur Ablehnung des Vergütungsberichts geraten. ISS kritisierte, dass die Boni nicht begrenzt seien und die Aktienvergütungen weniger als drei Jahre lang gesperrt würden. Der Verwaltungsrat von Julius Bär will Massnahmen treffen, damit das Vorgefallene an einer künftigen Generalversammlung nicht mehr geschehe, wie es vor einer Woche hiess.

SDA/mrs/mw

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