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Actelion muss Entwicklung eines Hoffnungsträgers stoppen

Nach Lizenzstreitigkeiten, einer gescheiterten Übernahme, internen Machtkämpfen und einem miserablen Geschäftsjahr muss das Biotechunternehmen Actelion erneut einen Rückschlag hinnehmen.

Neue Medikamente müssen her: Im Allschwiler Actelion-Hauptsitz wartet man weiter auf eine Erfolgsmeldung aus der Froschung.
Neue Medikamente müssen her: Im Allschwiler Actelion-Hauptsitz wartet man weiter auf eine Erfolgsmeldung aus der Froschung.
Roland Schmid

Das geplante Asthma- und Heuschnupfenmedikament Setipiprant verfehlte in der Forschung die erwartete Wirkung. Die Entwicklung von Setipiprant werde darum gestoppt, teilte Actelion am Montag mit. Noch vor einem Jahr standen die Zeichen gut: das Medikament hatte vielversprechende Ergebnisse geliefert und sollte zusammen mit einem Partner auf den Markt kommen.

Das Medikament stand in einer Mittelstufe der Entwicklung. «Solche Rückschläge kommen leider vor», sagte Actelion-Sprecher Roland Haefeli gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Statistisch wird von zehn Wirkstoffen, die am Menschen getestet werden, letztlich nur aus einem ein Medikament. Um zwei Jahre wirft das neueste Forschungsergebnis Actelion nun zurück. Dennoch hat das Unternehmen bereits Grund zur Hoffnung. Mit einem verwandten Wirkstoff soll weiter geforscht werden.

Kein gutes Jahr

Für Actelion wäre ein neues Medikament von grosser Bedeutung, denn der grösste Teil des Umsatzes macht das Unternehmen mit nur einem seiner vier Produkte. Das Lungenbluthochdruck-Medikament Tracleer hat im vergangenen Geschäftsjahr 1,52 Milliarden Franken zum Gesamtumsatz von 1,79 Milliarden Franken beigetragen. Unter dem Strich stand ein Verlust von von 146,3 Millionen Franken.

Zum Verlust beigetragen haben unter anderem Abschreibungen in Zusammenhang mit dem gescheiterten Kauf des französischen Forschungsunternehmens Trophos. Belastet wird Actelion zudem durch einen Lizenzstreit mit der japanischen Asahi Kasei. Ein erster Entscheid ist gegen Actelion ausgefallen, doch das Unternehmen hat Rekurs eingelegt und rechnet für 2013 mit einem Entscheid.

Börse reagiert kaum

Actelion musste im vergangenen Jahr aber auch in den eigenen Reihen kämpfen. Der Hedgefonds Elliott Advisors wollte das Management abberufen, scheiterte aber an der Generalversammlung. Wenig später gab Actelion bekannt, seine Führungsstruktur umzubauen. Ob bei Actelion nun Ruhe einkehrt, ist schwer abzuschätzen. Analysten bewerten die jüngste Entwicklung als Rückschlag, obwohl sie kaum mit einer erfolgreichen Lancierung gerechnet haben. Actelion arbeitet mit Hochdruck an seiner Zukunft. 15 Entwicklungsprojekte sind in Arbeit. Der Patentschutz für den Umsatzträger Tracleer läuft im Jahr 2015 aus.

Als erfreulich wird von den Analysten hingegen die Zulassung von Zavesca (Miglustat) in Japan bewertet. Das Medikament wird bereits in den USA und in Europa vertrieben, generiert jedoch nur 4 Prozent der Gesamtumsätze. Anleger haben sich offenbar eher auf diese Information fokussiert. Die Aktien standen kurz nach dem Mittag um 0,7 Prozent im Plus. Der Gesamtmarkt verlor zeitgleich 0,15 Prozent.

SDA/jg

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