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Ackermann attackiert europäische Politiker

Es seien politische Entscheidungen gewesen, die zur Eskalation der Schuldenkrise geführt habe, sagt der Chef der Deutschen Bank. Auch der frühere EU-Kommissionschef Prodi redete Deutschland ins Gewissen.

Der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat heute den europäischen Regierungen heftige Vorwürfe gemacht. «Alles in allem waren es vor allem politische Entscheidungen, die zu dieser Eskalation der Lage geführt haben», sagte er auf einer Konferenz in Hamburg.

Ackermann sieht in einer weiteren europäischen Integration die einzige Chance zur Überwindung der Euro-Schuldenkrise. «Es kann nicht angehen, die politische Handlungsfähigkeit auf dem Altar der unternehmerischen Freiheit zu opfern», sagte er.

Allerdings sei es notwendig, die europäischen Staaten enger miteinander zu verzahnen. Nur ein geeintes Europa habe auch in Zukunft einen ausreichenden internationalen Einfluss auf die Regelsetzung, sagte Ackermann. Die Vorstellung einer Währungsunion mit nationalen Fiskalpolitiken habe sich als Illusion erwiesen. Ackermann sprach sich in seiner Rede zugleich gegen einen Schuldenschnitt oder den Ausschluss einzelner Staaten aus dem Euro-Raum aus.

Kritik von Prodi

Kritik an der deutschen Regierung äusserte auch der frühere EU-Kommissionschef Prodi. «Ich werfe Deutschland, einem Land, das ich zutiefst bewundere, vor, dass es in der gegenwärtigen Krise immer zu spät und unzureichend gehandelt hat», sagte er im Deutschlandfunk.

Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, verlangte im Gespräch mit der Deutschen Welle eine gemeinsame Haushaltspolitik aller Euro-Länder. Merkel lehnte das umgehend ab und unterstrich, die Budgethoheit bleibe in nationaler Hand.

Merkel reist am Montagnachmittag nach Paris, um mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy den EU-Gipfel weiter vorzubereiten. Die EU-Staats- und Regierungschef treffen sich am Donnerstag und Freitag (8. und 9. Dezember) zum Gipfel in Brüssel.

dapd/miw

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