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ABB streicht 145 Stellen in der Schweiz

Die ABB Turbo Systems AG schliesst Mitte 2014 ihr Werk im Solothurner Deitingen, 145 Stellen gehen verloren. Schuld ist die anhaltende Krise im Geschäftsbereich Marine.

Geschäfte in schwierigem Marktumfeld: Logo der ABB am Hauptsitz in Baden. (Archivbild)
Geschäfte in schwierigem Marktumfeld: Logo der ABB am Hauptsitz in Baden. (Archivbild)
Keystone

Die ABB-Schweiz-Tochter ABB Turbo Systems baut wegen der anhaltenden Krise im Marinebereich bis Mitte 2014 in der Schweiz 145 Stellen ab. Das Werk in Deitingen SO wird geschlossen. Die Aktivitäten werden auf die Werke in Baden AG und Klingnau AG konzentriert. 46 der 145 Stellen, welche ABB Turbo Systems AG in ihren drei Werken streichen will, betreffen Deitingen. In Klingnau werden weitere 20 Stellen abgebaut, in Baden 79. Die 13 Lehrlinge des Werkes Deitingen werden ABB-intern umplatziert.

Die restlichen 59 der heute 105 Stellen in Deitingen werden nach Baden und Klingnau verlegt, wie ABB-Sprecher Lukas Inderfurth am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

ABB sei zuversichtlich, für die von einer Entlassung betroffenen Mitarbeitenden Lösungen zu finden, teilte ABB am Dienstag mit. Ein innerbetriebliches Arbeitsmarktzentrum und externe Partner sollen die Betroffenen bei ihrer Neuorientierung unterstützen. Dabei will ABB eng mit dem Angestelltenrat zusammenarbeiten.

Für die vom Abbau betroffenen Mitarbeitenden besteht ein Sozialplan, wie ABB weiter mitteilte. Die Massnahmen sollen bis Mitte 2014 schrittweise umgesetzt werden. Mit der Konzentration auf die beiden Standorte im Kanton Aargau will die ABB Turbo Systems AG die Wettbewerbsfähigkeit wieder erhöhen.

Kritik und Zuversicht

Die Unia Biel-Seeland Kanton Solothurn kritisierte in einer Mitteilung die Geschäftsleitung der ABB Turbo Systems AG. Die Belegschaft des Werkes Deitingen sei mit brutalen Tatsachen konfrontiert worden.

Die Schliessung des Betriebs sei hinter den Kulissen offenbar schon seit Wochen minutiös vorbereitet worden. Die Unia fordert, dass die Geschäftsleitung die Weiterführung des Betriebes in Deitingen noch einmal seriös und gründlich prüft.

Versöhnlichere Töne schlug der Verband Angestellte Schweiz an. Die Sozialverträglichkeit der Abbaumassnahmen wird positiv beurteilt. Es bestehe ein guter Sozialplan, und die Betroffenen würden bei der Suche nach einer neuen Stelle tatkräftig unterstützt, hiess es in einer Mitteilung. Der Stellenabbau gebe aber zu Sorge Anlass.

Folgen der Krise nicht mehr aufzufangen

Die Krise im Marinebereich hatte laut der ABB-Mitteilung letztes Jahr einen massiven Bestellungsrückgang zur Folge. ABB Turbo Systems habe auf diese Entwicklung vorerst mit dem Abbau von Überstunden und Ferienguthaben, dem Transfer von Mitarbeitenden innerhalb von ABB Schweiz sowie der Rückverlagerung von auswärts gefertigten Komponenten reagiert.

Eine Analyse der Geschäftsaussichten habe jedoch gezeigt, dass die bisher getroffenen Massnahmen nicht ausreichen, um die Kapazitäten dem mittelfristig zu erwartenden Auftragsvolumen anzupassen. Mit der frühzeitigen Information der Mitarbeitenden soll diesen ermöglicht werden, genügend Zeit für die Stellensuche zu bekommen.

Die ABB Turbo Systems AG ist laut eigenen Angaben Weltmarktführer für die Aufladung von Diesel- und Gasmotoren mittels Abgasturboladern im Leistungsbereich oberhalb von 500 Kilowatt. Rund 200'000 ABB-Turbolader sind weltweit auf Schiffen, in Kraftwerken, auf Lokomotiven sowie grossen Baustellen- und Minenfahrzeugen im Einsatz.

SDA/fko

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