Verlust bei Transocean weitet sich massiv aus

Der Betreiber der explodierten Öl-Plattform Deepwater Horizon fährt weiterhin Verluste in der Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar ein. Schuld sind Abschreiber nach dem Verkauf von 38 Bohrplattformen.

Kämpft noch immer mit den Folgen der Ölkatastrophe: Der Konzern Transocean – im Bild das Logo über dem Hauptsitz in Genf. (Archivbild)

Kämpft noch immer mit den Folgen der Ölkatastrophe: Der Konzern Transocean – im Bild das Logo über dem Hauptsitz in Genf. (Archivbild)

(Bild: AFP)

Der Ölbohrkonzern Transocean hat im dritten Quartal erneut einen Verlust geschrieben. Im Vorjahr hatte das Minus 32 Millionen Dollar betragen, nun beläuft sich der Fehlbetrag auf 381 Millionen Dollar. Grund dafür sind Abschreiber in der Höhe von netto 880 Millionen Dollar.

Die Wertberichtigungen ausgelöst hat hauptsächlich der Verkauf von 38 Flachwasser-Bohrplattformen, wie das amerikanische Unternehmen mit Schweizer Geschäftssitz und Börsenkotierung heute Montag bekannt gab. Eingegrenzt wiederum wurden die Verluste durch den gewinnbringenden Verkauf zweier Bohrschiffe. Daneben profitierte das Unternehmen auch von einer tieferen Steuerlast.

Märkte nicht zufrieden mit dem Ergebnis

Operativ erreichte das Unternehmen unter anderem durch gesenkte Kosten eine Verbesserung des Resultats von 298 Millionen Dollar auf 803 Millionen Dollar. Den Umsatz steigerte Transocean indessen um 23 Prozent auf 2,44 Milliarden Dollar. Die Tiefsee-Bohranlagen waren dieses Jahr besser ausgelastet als im Vorjahr, zudem waren die Ausfallzeiten geringer. Analysten hatten jedoch einen noch höheren Umsatz vorausgesagt, weswegen sich die Finanzmärkte mit dem Ergebnis nicht allzu zufrieden zeigten.

Die Aktie ging mit Abgaben in den Handel und lag kurz nach Börsenstart leicht um 0,28 Prozent im Minus. Der Schwergewichte-Index SMI, den Transocean seit der Börsenkotierung vor zwei Jahren angehört, eröffnete ebenfalls leicht schwächer.

Transocean war Betreiber der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko, deren Explosion im Frühling 2010 mehrere Tote forderte und vor der Küste des US-Staats Louisiana eine Umweltkatastrophe auslöste. Noch befindet sich Transocean wegen Strafzahlungen in Verhandlungen mit amerikanischen Justizbehörden. Das Unternehmen hat dafür 2 Milliarden Dollar zurückgestellt.

fko/sda

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