US-Sanktionen stoppen Putins Prestigeprojekt

Exxon und Rosneft wollten gemeinsam ein Ölfeld in der russischen Arktis erschliessen. Doch der US-Konzern muss sich zurückziehen.

Im Hintergrund applaudiert Putin: Vertreter von Exxon und Rosneft während der Unterzeichnungsfeier für die Kooperation. (30. August 2011)

Im Hintergrund applaudiert Putin: Vertreter von Exxon und Rosneft während der Unterzeichnungsfeier für die Kooperation. (30. August 2011)

(Bild: Keystone)

Der US-Energiekonzern Exxon legt wegen der amerikanischen Sanktionen gegen die Regierung in Moskau seine Bohrungen in der russischen Arktis auf Eis. Ein Exxon-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, das US-Finanzministerium habe eine einmalige Verlängerung der Frist für die Umsetzung der Massnahmen gewährt.

Damit solle es dem Konzern ermöglicht werden, die Arbeiten am Bohrloch University-1 in der Karasee «sicher und verantwortungsbewusst herunterzufahren». Der russische Minister für Bodenschätze hatte Reuters zuvor erklärt, Exxon setzte die Erkundungen in der Region fort. Einzelheiten nannte er nicht.

Die Vorräte schrumpfen

Die USA und Europa haben wegen der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Russland verhängt. Exxon hatte 2011 mit dem russischen Staatskonzern Rosneft ein Abkommen über 3,2 Milliarden Dollar zur Erschliessung der russischen Arktis vereinbart. Im Juli wurde die Bohrinsel «West Alpha» von Norwegen dorthin beordert, wo sie bei University-1 eingesetzt wurde.

Der Investmentbank Simmons zufolge ist die Karasee gegenwärtig eine der wichtigsten Regionen für die Öl-Industrie. Das Bohrprojekt dort habe 600 Millionen Dollar gekostet. Eine Unterbrechung könnte den Zeitplan durcheinanderbringen, der eine vollständige Erschliessung des Gewässers 2016 und 2017 vorsieht.

Russland ist zwar einer der weltgrössten Erdöl-Produzenten. Allerdings schrumpfen die Reserven, weswegen es neue Vorräte erschliessen muss.

ldc/sda

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