Russen und Amerikaner besiegeln Milliarden-Öl-Projekt in der Arktis

Der russische Ölriese Rosneft und der US-Konzern Exxon haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Die beiden Giganten wollen Ölvorkommen in der Arktis gemeinsam erkunden. Das Abkommen ist historisch.

Der Deal hat historische Bedeutung: 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges wollen Amerikaner und Russen gemeinsam in die Arktis vorstossen, wie «Spiegel online» schreibt.

Der russische Ölriese Rosneft und der US-Energiekonzern Exxon Mobil haben ein strategisches Abkommen zur gemeinsamen Erschliessung neuer Öl- und Erdgasvorkommen in der russischen Arktis geschlossen. Die gesamten Investitionen könnten bis zu 500 Milliarden Dollar betragen.

Das weltgrösste Energieunternehmen

Damit erhält Exxon Mobil – das weltgrösste Energieunternehmen – Zugang zu einigen der letzten unerschlossenen Ölvorräten der Welt und sticht den britischen Rivalen BP aus, dessen Kooperation mit Rosneft für dieselbe Region im Mai gescheitert war. Rosneft wird 66,7 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen halten, Exxon Mobil den Rest.

Das Abkommen öffne den Energiemärkten «neue Horizonte», sagte Russlands Regierungschef Wladimir Putin bei Bekanntgabe des Pionierprojekts in Sotschi. Im seinem Beisein hatten Rosneft-Chef Eduard Chudajnatow und ExxonMobil- Entwicklungschef Neil Duffin kurz zuvor den Vertrag zur strategischen Partnerschaft unterzeichnet.

Das Abkommen sieht nach Angaben von ExxonMobil vorerst Investitionen von 3,2 Milliarden Dollar in der arktischen Karasee sowie dem russischen Teil des Schwarzen Meeres vor. Im Gegenzug erhält Rosneft Zugang zu den Märkten in den USA und am Golf von Mexiko, auf die das Unternehmen bereits seit langem abgesehen hatte.

Neustart der Beziehungen

Dass mit Exxon Mobil nun ein US-Unternehmen Zugang zu russischen Erdgas- und Ölvorkommen erhält, ist auch von politischer Bedeutung. Das Abkommen darf daher als Beleg für einen erfolgreichen Neustart der Beziehungen zwischen den USA und Russland gewertet werden.

Vor wenigen Jahren noch wurden amerikanische Firmen mehr oder weniger von russischem Territorium ausgeschlossen. US-Präsident Barack Obama hatte sich daher zum Ziel gesetzt, die Beziehungen zum ehemaligen Gegenspieler im Kalten Krieg zu verbessern. Ein Abkommen zwischen Rosneft und dem US-Energiekonzern Chevron war allerdings vorgängig zum aktuellen Deal gleich jenem mit BP gescheitert.

Riesige Ölvorkommen vermutet

In der schwer zugänglichen Arktis werden riesige Ölvorkommen vermutet, die mit dem Klimawandel und dem damit einhergehenden Abschmelzen des Eises durch Tiefseebohrungen ausgebeutet werden könnten. Rosneft verfügt dort bereits über Fördergebiete. Der Konzern ist aber auf technische und finanzielle Hilfe angewiesen.

Nach Angaben von Rosneft umfassen die Fördermöglichkeiten in der Karasee schätzungsweise 36 Milliarden Barrel Öl. Insgesamt werden dort Schätze im Volumen von 110 Milliarden Barrel an Öläquivalenten vermutet. Das wäre mehr als das Vierfache der nachweislichen Reserven von Exxon Mobil weltweit. Die ersten Bohrungen sollen 2015 beginnen.

Exxon wird dabei den Grossteil der Erschliessungskosten tragen. Die gesamten Investitionen könnten in den nächsten Jahrzehnten gar bis zu 500 Milliarden Dollar betragen, sagte Putins für Energiefragen zuständiger Stellvertreter, Igor Setschin.

pbe/sda

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