«ProSiebenSat.1» will nicht mit Berlusconi

Aus der Fusions-Traum für das Medienimperium der Berlusconi-Familie. Doch offenbar gibt es noch andere Pläne.

Absage aus Deutschland: Aus Silvio Berlusconis Fusion mit «ProSiebenSat.1» wird wohl nichts. (30. Mai 2019) Bild: Massimo Percossi/EPA/Keystone

Absage aus Deutschland: Aus Silvio Berlusconis Fusion mit «ProSiebenSat.1» wird wohl nichts. (30. Mai 2019) Bild: Massimo Percossi/EPA/Keystone

«ProSiebenSat.1» lehnt eine Fusion mit dem Medienkonzern von Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi ab: «Wir sind an solchen Diskussionen nicht beteiligt», erklärte Vorstandschef Max Conze am Freitag in München. Italienische Medien berichten seit Wochen über Hoffnungen der von Berlusconis Familie kontrollierten Sendergruppe Mediaset, mit «ProSiebenSat.1» zu fusionieren.

«ProSiebenSat.1» konzentriere sich auf den bevorstehenden Start der Streaming-Plattform Joyn und entwickle smarte Werbetechnologien, erklärte dagegen Conze. «Damit setzen wir einen digitalen europäischen Champion für Unterhaltung und Handel auf.»

Auch dieser Satz bedeutet eine Absage an Mediaset: Mediaset-Chef Pier Silvio Berlusconi – der Sohn des in eine jahrzehntelange Skandalserie verwickelten Patriarchen – will den «ersten paneuropäischen Free TV-Anbieter» schmieden, wie er italienischen Medien gesagt hatte. Laut einem Bericht der Zeitung «Il Messaggero» denkt die Mediaset-Spitze an eine gemeinsame Holding in den Niederlanden oder Belgien.

Mediaset hatte am Mittwoch publik gemacht, dass der Mailänder Konzern knapp zehn Prozent der Anteile an «ProSiebenSat.1» gekauft hat. Den Einstieg der Italiener als Aktionäre hatte Conze begrüsst, doch eine weitere Annäherung wäre in München offensichtlich unerwünscht.

oli/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt