BKB entschädigt Anlagebetrugsopfer

Die Basler Kantonalbank hat sich mit den Opfern des ASE-Anlagebetrugsfalls auf einen Vergleich geeinigt. Er wird die Bank voraussichtlich rund 50 Millionen Franken kosten.

Die BKB will den Fall BKB mit einem Vergleich erledigen: Sitz der Bank in Basel.

Die BKB will den Fall BKB mit einem Vergleich erledigen: Sitz der Bank in Basel.

(Bild: Keystone)

BKB-Kunden, die durch die externe Vermögensverwalterin ASE Investment AG geschädigt wurden, wird ein «erheblicher Teil» des verlorenen Geldes ersetzt. Die BKB erstatte den Kunden zudem die Bankgebühren und Sollzinsen zurück, teilte die Kantonalbank am Donnerstag mit. Mit dieser Lösung wolle man dem eigenen Verständnis von «fair banking» nachleben. Die Einigung wurde mit Anwälten ausgehandelt, die rund 80 Prozent der von ASE beratenen BKB-Kunden vertreten.

Gemäss Mitteilung sollen aber alle Kunden, die «auf vergleichbare Weise durch die ASE geschädigt» wurden, finanziell gleich behandelt werden. Der Vergleich stehe also allen ASE-geschädigten BKB-Kunden offen. Man schaue indes alle Fälle individuell an, etwa punkto Vertragsdauer mit der ASE respektive Eigenverantwortung, sagte ein BKB-Sprecher.

Punktgenaue Rückstellungen

Für die Bedienung dieses Vergleichs hatte die BKB Anfang Jahr 50 Millionen Fr. zurückgestellt. Sofern alle Betroffenen zusagen, liegt die reale Entschädigungssumme laut dem Sprecher leicht über diesen 50 Millionen. Die Verluste der betroffenen BKB-Kunden summierten sich zu 100 Millionen Franken, seien im Einzelnen aber sehr unterschiedlich.

Der Brief der BKB an die von den Anwälten vertretenen ASE-Kunden geht heute ab, samt Dokumentation. Er enthält laut dem Sprecher keine Frist; die Offerte sei zeitlich unbeschränkt. Ziel der BKB sei, die ASE-Fälle innert zweier Monate abzuschliessen. Wer nicht zusage, könne den Rechtsweg beschreiten - mit offener Dauer und Ausgang.

Gefälschte Zahlungsaufträge

Die ASE hatte Kunden der BKB mittels mutmasslich gefälschter Zahlungsaufträge geschädigt. In der Private-Banking-Abteilung der BKB in Zürich, wo die ASE die meisten Kundenkonten eröffnet hatte, wurden deshalb drei Mitarbeiter entlassen. Vier weitere Angestellte erhielten schriftliche Verwarnungen. BKB-Chef Hans Rudolf Matter trat wegen der Affäre Ende Oktober 2012 zurück.

Die BKB hatte den Fall im März 2012 selber ins Rollen gebracht mit einer Strafanzeige gegen die im aargauischen Frick ansässige ASE, nachdem ihr faule Kontoauszüge aufgefallen waren.

Die BKB ist nicht die einzige in den Fall involvierte Bank; insgesamt werden Verluste von rund 300 Millionen Fr. vermutet. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte die ASE im Mai liquidiert. Ihr Geschäftsführer sitzt seit April 2012 in Untersuchungshaft.

sda

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