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43-Milliarden-Deal in der Medizintechnikbranche

Das auch in der Schweiz aktive US-Unternehmen Medtronic übernimmt seinen irischen Konkurrenten Covidien. Es reduziert mit dem Megadeal vor allem seine Steuerlast.

Einer von mehreren Medtronic-Standorten in der Schweiz: Der europäische Hauptsitz in Tolochenaz VD. (Archivbild)
Einer von mehreren Medtronic-Standorten in der Schweiz: Der europäische Hauptsitz in Tolochenaz VD. (Archivbild)

In der US-Medizintechnikbranche kommt es zu einer milliardenschweren Übernahme. Für 42,9 Milliarden Dollar übernimmt Medtronic den irischen Konkurrenten Covidien. Die auch in der Schweiz aktive Medtronic will den Sitz nach Irland verlagern.

Medtronic wird mit der Übernahme und der Verlegung des Hauptsitzes von Minneapolis nach Irland vor allem seine Steuerlast reduzieren. In Irland beträgt die Unternehmenssteuer nur 12,5 Prozent – in den USA sind es 35 Prozent.

Der US-Pharmagigant Pfizer hatte vor kurzem vor allem aus diesem Grund den britischen Konkurrenten AstraZeneca schlucken wollen – doch die Briten lehnten ein Gebot in Höhe von 117 Milliarden Dollar ab.

Steuersatz bleibt etwa gleich

Bei der Fusion gehe es jedoch vor allem um die strategische und geschäftliche Ausrichtung, betonte Medtronic-Chef Omar Ishrak. Der Steuersatz der Gesellschaft bleibe nach dem Wechsel des Konzernsitzes nach Dublin etwa gleich.

Allerdings könne das Unternehmen seine ausserhalb der USA erzielten Gewinne nach dem Zusammenschluss besser einsetzen. Er wolle diese in das Geschäft der Branche investieren. «Das ist wichtig, um die Medizintechnik-Branche in den USA anzukurbeln», sagte Ishrak. Medtronic wolle in den kommenden zehn Jahren mindestens zehn Milliarden Dollar investieren.

87'000 Beschäftigte in über 150 Ländern

Die Transaktion muss noch von den Behörden genehmigt werden und soll im vierten Quartal 2014 oder Anfang 2015 abgeschlossen sein. Zusammen kommen die Unternehmen auf einen Umsatz von 27 Milliarden Dollar und 87'000 Beschäftigte in über 150 Ländern, wie Medtronic in einem Communiqué schreibt.

In der Schweiz zählt Medtronic über 1000 Beschäftigte. Der Sitz für das Geschäft in Europa und Asien befindet sich in Tolochenaz VD. Weitere Standorte befinden sich in Münchenbuchsee BE und Neuenburg. Im vergangenen Jahr wurde die Schliessung des Werks in Frauenfeld mit 168 Stellen bekannt gegeben.

Einsparungen in Verwaltung und Produktion

Medtronic stellt unter anderem Herzschrittmacher, Herzklappen und Insulinpumpen her. Die irische Covidien ist unter anderem auf chirurgische Instrumente und Produkte für die Intensivmedizin spezialisiert. Am Markt ist Covidien mit etwa 32 Milliarden Dollar bewertet.

Medtronic offeriert den Aktionären von Covidien pro Aktie 35,19 Dollar in bar und 0,956 Medtronic-Aktien. Die Offerte von insgesamt 93,22 Dollar pro Aktie entspricht einem Aufschlag von 29 Prozent auf Covidiens Schlusskurs vom Freitag.

Die Unternehmensleitung von Covidien empfiehlt die Offerte zur Annahme. Angepeilt werden durch die Fusion Einsparungen in der Verwaltung, in der Produktion sowie bei den Zulieferern. Die Transaktion soll die Ergebnisse ab 2016 verbessern. Bis Ende 2018 sollen vor Steuern jährliche Synergien von mindestens 850 Millionen Dollar erzielt werden.

SDA/fko

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