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180 Milliarden zur Beruhigung der Märkte

Die Zentralbanken der Industrieländer stemmen sich mit einer immensen koordinierten Aktion gegen einen weiteren Einbruch der Finanzmärkte. Das Zittern geht trotzdem weiter.

Das Finanzsystem wankt: Die grosse Geldzufuhr soll das Vertrauen zwischen den Banken wiederherstellen.
Das Finanzsystem wankt: Die grosse Geldzufuhr soll das Vertrauen zwischen den Banken wiederherstellen.
Keystone

Insgesamt 180 Milliarden Dollar stellen die führenden Zentralbanken, darunter auch jene der Schweiz, in Form kurzfristiger Kredite den Geschäftsbanken zur Verfügung, um Liquiditätsengpässe am Geldmarkt und Kettenreaktionen zu vermieden. An der Aktion sind die Bank of Canada, die Bank of England, die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve (Fed), die Bank of Japan und die Schweizerische Nationalbank (SNB) beteiligt. Ziel sei es, den anhaltenden, erhöhten Anspannungen entgegen zu treten.

Börsen reagierten nur am Anfang positiv

Der gesamte Betrag, der zur Überbrückung von Engpässen auf dem Dollar-Geldmarkt zur Verfügung steht, steigt auf 247 Milliarden Dollar. Die Liquiditätszufuhr ist wichtig, weil das Misstrauen zwischen den Banken weiter gestiegen ist und sie selber nicht mehr bereit sind, untereinander flüssige Mittel zur Verfügung zu stellen.

Der SMI schloss 0,47 Prozent tiefer bei 6623,25 Zählern. Der breite SPI fiel 0,52 Prozent auf 5580,72 Punkte. Die Aktien der UBS lagen zum Handelsende 1,6 und die Titel der Credit Suisse 2,8 Prozent im Plus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg kurz nach Handelsstart um 1,3 Prozent auf 10'742 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 2,1 Prozent auf 2143 Punkte.

Rasche Flurbereinigung im Bankensektor

Laut Händlern ist das Geschehen an den Börsen weiterhin sehr nervös und volatil. Die Schwankungen seien derzeit so hoch, wie seit Jahren nicht mehr.

«Die Flurbereinigung im Bankensektor läuft schneller als gedacht. Das stützt das Sentiment», sagte ein Marktteilnehmer.

Was geschieht mit Morgan Stanley?

Unruhe herrscht weiter im Sektor der US-Investmentbanken. Die neben Goldman Sachs zweitletzte unabhängige US-Investmentbank prüft laut Medienberichten einen Zusammenschluss mit einem anderen Finanzhaus. Als möglicher Partner wird die viertgrösste US-Bank Wachovia genannt.

Wachovia habe dem Chef von Morgan Stanley, John Mack, einen entsprechenden Deal angeboten, berichteten die «New York Times» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Kreise, die mit den Gesprächen vertraut seien. Auch andere Banken haben den Berichten zufolge ihr Interesse bekundet. Morgan Stanley und Wachovia wollten sich zu den Berichten nicht äussern. Morgan Stanley hatte an der Börse zuletzt immer stärkere Kursverluste erlitten. Am Mittwoch war die Aktie erneut um 24 Prozent auf 21.75 Dollar abgestürzt.

Zusammenschluss bei britischen Banken

Auch bei der US-Sparkasse Washington Mutual liefen Verkaufsgespräche, berichtete die «New York Times». Zu den möglichen Käufern zählten die britische Bank HSBC sowie die US-Häuser J.P. Morgan Chase, Citigroup und Wells Fargo.

Am Morgen wurde die Übernahme der angeschlagenen britischen HBOS durch Lloyds offiziell bekannt gegeben. Insgesamt legt Lloyds für HBOS 12,2 Milliarden Pfund auf den Tisch. HBOS war im Zuge der Finanzmarktkrise in Schwierigkeiten geraten und hatte sich Lloyds zum Kauf angeboten.

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