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1000 Jobs fallen dem Ölpreis zum Opfer

Der Ölpreis hat ein neues Fünfjahrestief erreicht. 2015 könnte er noch weiter abstürzen – der US-Konzern Halliburton streicht darum schon jetzt Hunderte Stellen, unter anderem in Europa.

Von der Ölindustrie unter Druck gesetzt: Ein Halliburton-Mitarbeiter in Rulison, Colorado. (Archivbild)
Von der Ölindustrie unter Druck gesetzt: Ein Halliburton-Mitarbeiter in Rulison, Colorado. (Archivbild)
Keystone

Die Ölpreise haben ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI durchbrach am Donnerstagabend die Marke von 60 US-Dollar und fiel heute früh im asiatischen Handel zeitweise auf ein neues Fünfjahrestief von 58.80 Dollar.

Zuletzt kostete ein Fass der Sorte WTI 59.38 Dollar und damit 57 Cent weniger als am Vortag. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent war am Morgen für 63.43 Dollar zu haben – 23 Cent weniger als am Vortag.

Der US-Konzern Halliburton streicht wegen des stark gesunkenen Ölpreises rund tausend Stellen ausserhalb des amerikanischen Kontinents. Die Stellen würden mit sofortiger Wirkung wegfallen, erklärte ein Sprecher von Halliburton am Donnerstag.

«Dem aktuellen Marktumfeld entkommen»

Betroffen sei die «östliche Hemisphäre, das heisst Europa, Asien, Afrika, Naher Osten und Australien». Bei Halliburton, Anbieter für Technik und Dienstleistungen in der Öl- und Gasförderung, arbeiten weltweit rund 80'000 Menschen. Die Stellenstreichungen seien nötig, um «dem aktuellen Marktumfeld zu entkommen».

Finanzchef Mark McCollum hatte bereits am Mittwoch Stellenstreichungen angekündigt; er sagte, dass Halliburton für die Verkleinerung des Personals weltweit 75 Millionen Dollar im vierten Quartal zurückstelle.

Der Ölpreis ist seit Juni um 44 Prozent gefallen. Die Ölkonzerne haben ihre Zulieferer wie Halliburton bereits aufgefordert, die Preise zu senken.

Halliburton wickelt zurzeit den Kauf des Konkurrenten Baker Hughes für 34,6 Milliarden Dollar ab. Die Stellenstreichungen stünden in keinerlei Zusammenhang mit diesem Kauf, versicherte das Unternehmen am Donnerstag.

2015 bringt wohl noch niedrigere Preise

Seit dem Sommer sind die Ölpreise um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Vor allem die Aussicht auf ein starkes Überangebot im kommenden Jahr belastet die Märkte.

Die Produktion von US-Schieferöl ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, und die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich bisher nicht auf eine Produktionskürzung verständigt. Wichtige Produzenten wie Saudiarabien wollen anscheinend mit einer stabilen Produktion ihre Marktanteile verteidigen.

Händler erklärten den jüngsten Preisrutsch auch mit finanztechnischen Gründen: Am Freitag liefen die Kontrakte zur Auslieferung von Öl im Januar aus, und beim Abschluss von Verträgen für Februar und März seien noch einmal niedrigere Preise unterstellt worden.

SDA/fko

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