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«Die UBS hat für Kunden Hunderte Briefkastenfirmen gekauft»

Die Grossbank UBS soll Hunderte Briefkastenfirmen in Panama gekauft haben, so der Vorwurf eines Ex-Mitarbeiters und eines Kunden der Bank.

Betrieb jahrelang ein blühendes Geschäft mit Briefkastenfirmen: Die Schweizer Grossbank UBS. (Hauptsitz am Zürcher Paradeplatz, 9. Februar 2016)
Betrieb jahrelang ein blühendes Geschäft mit Briefkastenfirmen: Die Schweizer Grossbank UBS. (Hauptsitz am Zürcher Paradeplatz, 9. Februar 2016)
Gaetan Bally, Keystone

Ein ehemaliger UBS-Mitarbeiter enthüllt im «SonntagsBlick», wie die Bank jahrelang ihren Kunden half, über Panama-Firmen Gelder der Versteuerung zu entziehen. «Mein Team hat für Kunden Hunderte, wenn nicht Tausende Briefkastenfirmen in Panama gekauft», erzählt der ehemalige Mitarbeiter. «Sicher 90 Prozent der Kunden ging es einzig darum, Vermögen vor dem Fiskus zu verbergen.»

Dabei habe die UBS nicht über Panama, sondern via Zürich operiert. «Wir kauften bei Panazur», so der UBS-Banker, einer 1980 in Zürich gegründeten Finanzkanzlei.

Panazur will sich an Gesetze gehalten haben

Auch ein Kunde der Bank soll die Vorwürfe gegenüber der Zeitung bestätigt haben: «Ich brauchte eine Firma, bei der mein Name in keiner Weise erscheint.» Sein UBS-Berater hätte ihm sofort Panama empfohlen. «Nun hatte ich ein Konto in der Schweiz, das einer Panama-Firma gehörte, bei der ich nie irgendwie in Erscheinung trat, erzählt er.

Gründer Rogelio Tribaldos-Alba amtete einst als Generalkonsul Panamas in Zürich und Vaduz. «‹Panazur› steht für die Verbindung aus ‹Panama› und ‹Zurich›», wirbt die Website der Firma. Sie vereine «das Beste aus zwei Welten: Rechtsgebilde aus Panama und schweizerische Qualitätsdienstleistungen». Panazur-CEO Daniel Tribaldos will zu diesem Statement keine Stellung beziehen. «Wir halten aber fest, dass wir in der Schweiz reguliert sind und uns stets an die geltenden Gesetze gehalten haben», sagt er im «Sonntagsblick».

Lukratives Geschäft für die Bank

«Kunden», erzählt der Ex-Banker, «viele Deutsche, aber auch Amerikaner, ein paar wenige Schweizer» – suchten nach einer Lösung, «die sie sowohl durch das Bankgeheimnis in der Schweiz schützte und ihnen zugleich Steuern ersparte». Für die Bank sei dies ein lukratives Geschäft gewesen. Denn Panazur verlangte von der UBS rund 1000 Franken für eine Panama-Firma, während Kunden der UBS 4000 Franken bezahlten, erzählt er.

Aussagen ehemaliger Mitarbeiter kommentiere die UBS nicht, sagte eine Sprecherin gegenüber dem «Sonntagsblick». «Fakt ist, dass wir 2010 als eine der ersten Banken proaktiv entschieden haben, die Zusammenarbeit mit solchen Anbietern zu beenden», so die Sprecherin zur Zeitung.

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