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Terrorwelle in Europa hält Touristen fern

Die Schweizer Tourismusbranche beklagt Absagen von asiatischen und amerikanischen Reisegruppen. Die Lage könnte sich noch verschlimmern.

Branche in der Krise: Touristen geniessen die Aussicht auf den Vierwaldstättersee von der Klewenalp oberhalb von Beckenried NW. (20. Juli 2016).
Branche in der Krise: Touristen geniessen die Aussicht auf den Vierwaldstättersee von der Klewenalp oberhalb von Beckenried NW. (20. Juli 2016).
Urs Flüeler, Keystone

Die Serie von Terrorakten und Schiessereien in Europa wirkt sich auf den Schweizer Tourismus aus. Erstmals seit 2008 habe in diesem Jahr die Zahl der Übernachtungen von Asiaten in Luzern abgenommen, sagt der Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren in der «Sonntagszeitung». Er befürchtet, dass die Angst vor Terroranschlägen auch US-Touristen davon abhalten wird, nach Europa zu kommen.

In Graubünden gebe es bereits Absagen von Amerikanern, denen Europa zu unsicher ist, sagt Ernst Wyrsch, Präsident von Hotellerie Graubünden. «Das wird sicher noch zunehmen, weil viele Amerikaner keinen Unterschied machen zwischen einzelnen europäischen Ländern.» Auch der asiatische Markt werde einbrechen.

Nizza und München könnten Lage verschlimmern

Schon die Anschläge in Paris hätten zu vielen Abbuchungen von Japanern und Chinesen geführt, sagt Urs Eberhard, Vizedirektor der Vermarktungsorganisation Schweiz Tourismus. Der Anschlag in Nizza und die Schiesserei in München könnten die Lage noch verschlimmern. «Wir rechnen damit, dass es dieses Jahr zu grossen Annullationen chinesischer Reisegruppen kommt.»

Auch Andreas Züllig, Präsident des Branchenverbandes Hotelleriesuisse, erwartet wegen der Terroranschläge in Europa und des Brexit-Entscheids erneut sinkende Gästezahlen im Sommer. Im Interview mit der «Sonntagszeitung» sagt er: «Ich gehe davon aus, dass sich die Trendwende um ein Jahr verzögert und wir auch diesen Sommer in den Bergregionen ein Minus bei den Logiernächtezahlen sehen werden.»

Mehr Schweizer bleiben im Land

Der Schweizer Tourismus profitiere nicht von der unsicheren Lage. Zwar gebe es Schweizer, die auf Badeferien in der Türkei verzichteten und lieber im eigenen Land blieben. Aber die Gäste aus den Fernmärkten wie China würden Europa und damit auch die Schweiz meiden, sagt Züllig.

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