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Starker Yen setzt Japans Exporteuren zu

Tokio Der Höhenflug des Yen verdirbt der japanischen Industrie zunehmend das Geschäft: Das Exportwachstum schwächte sich im September bereits den siebten Monat in Folge ab, wie das japanische Finanzministerium am Montag in Tokio mitteilte.

Die Ausfuhren erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr zwar um 14,4 Prozent, gemessen am Vormonat schrumpften sie jedoch um 0,1 Prozent. Im August wurde das Niveau des Vorjahrs noch um 15,5 Prozent übertroffen, zu Jahresbeginn sogar um mehr als 40 Prozent. «Die schwächere Weltwirtschaft und der starke Yen wirken sich negativ aus», sagte Itochu-Ökonom Yoshimasa Maruyama. Die Landeswährung stieg zu Wochenbeginn im Vergleich zum Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren, obwohl Japan vor wenigen Wochen massiv Dollar gekauft hatte und mit seinem ersten Eingriff am Devisenmarkt seit sechs Jahren den Höhenflug stoppen wollte. Durch die Aufwertung werden japanische Produkte in Übersee teurer. Wie stark sich das auswirkt, zeigt das Beispiel Toyota: Der weltgrösste Autobauer rechnet laut einem Zeitungsbericht damit, dass der hohe Yen-Kurs den operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr um etwa umgerechnet 1,3 Mrd. Euro drücken wird. Geringeres Wachstum in Asien Zu schaffen macht Japan aber auch die geringere Wachstumsdynamik in Asien, wo mehr als die Hälfte der Exporte landen. Sie stiegen nur noch um 14,3 Prozent - im August waren es noch 18 Prozent. Das Geschäft mit dem wichtigsten Handelspartner China legte sogar nur noch um 10,3 Prozent zu - das war der schwächste Zuwachs seit November 2009. Die Einfuhren nach Japan wuchsen im September um 9,9 Prozent, was leicht über den Erwartungen der Analysten lag. Der Handelsbilanzüberschuss lag bei 797 Mrd. Yen (rund 7 Mrd. Euro). Nach Einschätzung der Regierung tritt die japanische Wirtschaft derzeit auf der Stelle. Auch sie macht dafür den starken Yen verantwortlich. Die Notenbank senkte ihren Leitzins praktisch auf null und pumpt zusätzliches Geld in die Wirtschaft, um die Konjunktur zu beleben.

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