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Sonova-Aktionäre proben Aufstand gegen Verwaltungsräte

Der im Schatten eines möglichen Aktienhandelsskandals stehende Hörgerätehersteller Sonova muss an der heutigen Generalversammlung mit Gegenwind rechnen.

Aktionärsgruppen wollen den Verwaltungsräten die Entlastung verweigern. Die Anlegervertreterin Actares lehnt die Décharge der nicht zur Geschäftsleitung gehörenden Verwaltungsräte für das Geschäftsjahr 2010/11 (Ende März) ab. Damit hat Sonova die Entlastung des ehemaligen Unternehmenschefs Valentin Chapero, der auch im Verwaltungsrat sass, gar nicht traktandiert. Chapero hatte zusammen mit Finanzchef Oliver Walker Ende März den Hut genommen, als ein möglicher Insiderskandal ans Licht kam. Zur Décharge steht hingegen unter anderem der Firmengründer und Unternehmer Andy Rihs, dessen Name seit dem Bekanntwerden der möglichen Unregelmässigkeiten ebenfalls in der Berichterstattung auftaucht. Rihs ist im März als Präsident des Verwaltungsrates zurückgetreten, gehört aber dem Gremium weiterhin an. Untersuchung läuft Sonova hatte am 16. März wegen des Rückrufs eines Hörimplantats angekündigt, dass der Gewinn im Geschäftsjahr 2010/11 tiefer ausfallen werde als bis dahin erwartet. In den Tagen vor dieser Gewinnwarnung hatten aber Mitglieder des Managements an der Börse Aktien und Optionen im Wert von über 47 Mio Fr. verkauft. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich untersucht nun in einem Strafverfahren, ob die Manager mit Wissen der anstehenden Gewinnwarnung handelten oder nicht. Der Verkauf der Aktien durch die Manager mit klarem Wissen um die Gewinnentwicklung wäre ein Insiderdelikt. Und die Schweizer Börse SIX hat eine Untersuchung wegen möglicher Verletzung von Börsenregeln eingeleitet. Actares begründet ihren Widerstand mit der laufenden Untersuchung über die möglichen Insiderdelikte. Eine Entlastung sei verfrüht, solange nicht bekannt sei, ob Sonova-Topleute in Unregelmässigkeiten verwickelt seien oder nicht, schrieb Actares vorige Woche. Auch die Anlagestiftung Ethos ist gegen die Entlastung der Verwaltungsräte. Zudem lehnt Ethos den Entschädigungsbericht und die Wiederwahl von PWC als Revisionsstelle ab.

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