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Rückrufe sind nicht nur für Toyota ein Risiko für das Image Hintergrund

Zürich Kurz nach dem 75.

Firmen-Jubiläum verschickt Toyota selber Post: Eine gigantische Rückruf-Aktion steht an, Millionen Autos sollen in die Werkstatt. Toyotas Image drohen erneute Kratzer. Allerdings sind Rückrufe auch für andere Hersteller an der Tagesordnung. Nach hakenden Gaspedalen 2010 sind es nun elektrische Fensterheber, wegen denen fast 7,5 Millionen Wagen in die Werkstätten gerufen werden. Besonders in den USA dürfte der Schaden gross sein: Hier sind alleine 2,5 Millionen Autos betroffen, weil ein zu dünn aufgetragenes Schmiermittel zu Problemen führen kann. Zum Teil geschehen Rückrufe bei Autoherstellern, weil sie die Behörden in manchen Ländern mit Hinweis auf Sicherheitsmängel anordnen. Der nunmehrige Toyota-Rückruf wegen der Fensterheber geschieht freiwillig. Weil sich das Schmiermittel aber entzünden könnte, muss zum Beispiel in den USA auf Brandgefahr hingewiesen werden. «Transparenz zahlt sich aus» Laut Philipp Rhomberg, Chef von Toyota Schweiz, pflegten die Japaner in solchen Fragen eine Kultur der Offenheit. «Transparenz zahlt sich aus», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Zudem habe seit der Krise von 2010/11, als verrutschende Fussmatten und angeblich blockierte Pedalen Toyota wochenlang in den negativen Schlagzeilen hielten, die Sensibilität im Unternehmen zugenommen. Deswegen würden freiwillige Rückrufe ausführlich kommuniziert. «Der Kunde merkt es sowieso», so Rhomberg. Laut dem Toyota-Schweiz-Chef achtet man sehr auf die Qualität der verbauten Teile, die Toyota in einem im Branchenvergleich hohen Masse selbst produziert. Dass die jetzt betroffenen Modelle zwischen drei und sechs Jahren alt sind, belege aber, dass viele Probleme aus der Zeit vor 2009 stammten, zitierte die Nachrichtenagentur dpa den deutschen Autoexperten Stefan Bratzel. Warnung für VW «Bis dahin hat man bei Toyota nicht genug auf die Qualität der Fahrzeuge geachtet», sagte Bratzel weiter. Auf bis zu eine Milliarde Euro schätzt er die Kosten zusammen mit dem Rückruf von 1,5 Millionen Toyotas, bei denen im August die Spurstangen an der Hinterachse überprüft werden mussten. Die Auflistungen des Importeurverbands auto-schweiz zeigen, dass in den letzten Jahren die meisten Hersteller in der Schweiz Autos zurückriefen und darüber informierten. Bei italienischen, französischen, britischen und japanischen Autos waren die Rückrufe tendenziell häufiger als bei deutschen Wagen. Altlasten von Toyota sollten nach Meinung des Experten Bratzel dennoch ein warnendes Beispiel für Toyotas deutschen Konkurrenten Volkswagen sein. Denn wenn der grösste Autobauer Europas mit seinem «Baukastensystem» einzelne Komponenten in viele verschiedene Modelle einbaue, könnten kleinste Fehler riesige Rückrufe auslösen.

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