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Orell Füssli will auf Welle der elektronischen Bücher surfen

Angesichts der stetigen Abwanderung der Kunden ins Internet will auch Orell Füssli auf der steigenden Welle der elektronischen Bücher surfen.

Die Buchhandels- und Banknotendruckgruppe bietet nun die Lesegeräte zusammen mit der technischen Beratung auch in den Buchhandlungen an. Der Markt für elektronische Bücher stecke in den Kinderschuhen, wachse aber mit Siebenmeilenstiefeln, erklärte Orell Füssli-Chef Michel Kunz am Dienstag vor den Medien in Zürich. Dabei gehe das Wachstum bei den Ebooks zulasten der gedruckten Bücher. Vorreiter ist Amerika. Dort sei der Marktanteil der Ebooks von 6,2 Prozent im vergangenen Jahr auf 25 Prozent im laufenden Jahr geklettert, zeigte Kunz auf. Im deutschsprachigen Raum verlief die Entwicklung viel langsamer. Dort verdoppelte sich der Marktanteil der elektronischen Bücher gemäss den Zahlen von «The Global eBook Market» heuer lediglich auf 2 Prozent. Für die Schweiz sei es schwierig Zahlen zum Ebook-Markt zu bekommen. Neuausrichtung nötig Buchhandlungen müssten mit dieser Entwicklung Schritt halten und sich neu ausrichten, um die Kunden nicht zu verlieren, erklärte Kunz. Das Buchhandelsgeschäft habe in den letzten zwei Jahren die Euro-Schwäche stark zu spüren bekommen, die auf die Preise gedrückt habe, sagte Buchhandlungschef Fabio Amato von Orell Füssli. Zusätzlich wirke sich bei den Buchläden die Konkurrenz aus dem Internet mit längst etablierten, mächtigen Marktteilnehmern wie Amazon, Google und Apple immer mehr aus. 2011 erlitt die Sparte wegen Abschreibern einen Betriebsverlust von 3,5 Millionen Franken. Nun hat das Unternehmen aufs Weihnachtsgeschäft hin das Angebot für elektronische Bücher ausgebaut. Die Buchhandlungen werden neu auch elektronische Lesegeräte zusammen mit der technischen Beratung anbieten, um den Absatz an Ebooks anzukurbeln. Als erste Filiale wurde jene in der Zürcher Innenstadt umgerüstet. Die weiteren 10 Buchhandlungen sollen bis zum nächsten Sommer folgen. Gewinnzone 2012 Im laufenden Geschäftsjahr werde die Buchhandelssparte von Orell Füssli wieder die Gewinnzone erreichen, sagte Konzernchef Kunz am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Den Ausmass des operativen Gewinns wollte Kunz aber nicht beziffern. Der Preisdruck durch die Euro-Schwäche habe sich stabilisiert. «Fürs Jahresendgeschäft sind wir zuversichtlich.» Im ersten Halbjahr habe sich bei Orell Füssli der Absatz an elektronischen Lesegeräten und Ebooks verdreifacht, sagte Amato, ohne genaue Zahlen zu nennen. Der Anteil von elektronischen Büchern am Umsatz belaufe sich heuer auf 2 Prozent und solle bis 2015 auf 15 Prozent klettern. Im vergangenen Jahr hatte Orell Füssli 30'000 Ebooks und 2100 elektronische Lesegeräte verkauft. Das war etwa eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Heuer hat sich das Angebot an Ebooks bei Orell Füssli auf 400'000 verzehnfacht. Auch Konkurrenz wächst stark Auch bei der Konkurrenz legen die elektronischen Bücher stark zu, wie Sprecherin Marie-Christine Schindler von Ex Libris auf Anfrage der sda sagte: Der Umsatz habe sich verfünffacht. Die Migros-Tochter erzielt 4 Prozent des Buchumsatzes mit den Ebooks. Bis 2015 sollen die elektronischen Bücher ebenfalls einen Umsatzanteil von 15 Prozent erreichen. Insgesamt hat Ex Libris 200'000 deutsche Ebooks und 40'000 englische Ebooks im Sortiment. Elektonische Lesegeräte wolle Ex Libris aber nicht anbieten. Mit diesen mache man kaum Gewinn, sagte Schindler. Zudem verlaufe die technische Entwicklung zu schnell, so dass das Risiko gross sei, auf veralteten Geräten sitzen zu bleiben.

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