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Moody's: US-Klage gegen Wegelin schadet dem Schweizer Finanzplatz

Die Klage des US-Justizministeriums gegen die auf das US-Geschäft geschrumpfte Bank Wegelin schadet gemäss der Ratingagentur Moody's nicht nur der Bank Wegelin selbst, sondern generell dem Schweizer Private Banking.

Die Agentur warnt vor negativen Krediteffekten. Die Anklage gegen die St.Galler Privatbank zeige nämlich, wie anfällig Schweizer Banken gegenüber amerikanischen Rechtsschritten im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung seien, schreibt Moody's in einer Analyse, die am Montag veröffentlicht wurde. Für die Analysten von Moody's ist die Anklage gegen Wegelin das aktuellste Ergebnis des weltweiten Kampfes der US-Behörden gegen Steuerhinterziehung. Die US-Behörden haben neben Wegelin zehn weitere Schweizer Banken im Visier, die sie der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigen. Drohender Kundenverlust Die involvierten Schweizer Banken riskieren gemäss Moody's nicht nur, die Kunden im grenzüberschreitenden Verkehr mit den USA zu verlieren. Die grösste Gefahr sei, dass die Schweizer Banken ihre Beziehungen zu den amerikanischen Partnerbanken abbrechen müssten und dass sie auch ausserhalb der USA Kunden verlieren könnten. Die Moody's-Experten gehen zwar davon aus, dass die Schweizer Regierung mit aller Kraft eine Gesamtlösung mit den USA vorantreibe. Die Klage gegen Wegelin sei allerdings ein Hinweis für den unnachgiebigen Standpunkt der Amerikaner und für die abnehmende Verhandlungskraft der Schweiz. Am vergangenen Donnerstag wurde bekannt, dass das US- Justizministerium Klage gegen die Bank Wegelin erhoben hat. Erst vor rund vier Wochen hatte die New Yorker Staatsanwaltschaft drei Banker von Wegelin angeklagt. In Folge dessen und in Voraussicht, dass es auch zu einer Klage gegen die Bank kommen dürfte, verkaufte die Bank Wegelin vorletzte Woche einen Grossteil ihres Geschäfts an die Raiffeisen-Gruppe.

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