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Maurer geht mit den Banken auf Werbetour

Balsam auf die Widmer-Schlumpf-Wunden der Finanzbranche: Wie sie mit dem SVP-Bundesrat im EFD einen Fürsprecher gefunden haben.

Inzwischen ein Mann von Welt: Bundesrat Ueli Maurer am Treffen der internationalen Weltelite, dem WEF in Davos. (18. Januar, 2017)
Inzwischen ein Mann von Welt: Bundesrat Ueli Maurer am Treffen der internationalen Weltelite, dem WEF in Davos. (18. Januar, 2017)
Laurent Gillieron, Keystone

Finanzminister Ueli Maurer plant, schon bald mit wichtigen Vertretern der Schweizer Banken in den Fernen Osten zu reisen. Offiziell sind die Stationen der magistralen Tour noch nicht bekannt. Doch könnte die Route laut Insidern im April durch China, Hongkong und Singapur führen. Wichtige Themen der Promotionsfahrt sind der Zugang der Schweizer Banken zu den dortigen Märkten sowie das Bekanntmachen des heimischen Finanzplatzes.

«Über die Reisepläne des Bundesrats informiert das Finanzdepartement zu gegebener Zeit» – weiter will sich das zuständige Departement nicht äussern. Doch in der Branche haben die Vorbereitungen längst die Runde gemacht. Mehrere Bankenvertreter bestätigen den Trip. Und sie messen ihm eine grosse Bedeutung zu. Denn nach den für sie schwierigen Jahren mit der ehemaligen Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf haben sie mit Ueli Maurer nun wieder einen Fürsprecher in Bern.

Asien ist für die Banken wichtig

Welche Bankenvertreter Teil der Delegation sein werden, ist noch nicht klar. Besonders gross soll die Reisegruppe nicht werden. Die Vertreter der Finanzbranche sollen ein möglichst konkretes Interesse an der Mission haben und zudem die Märkte bereits gut kennen, berichtet ein Bankenkenner.

«Wenn eine Reise stattfindet, ist die Bankiervereinigung gerne dabei, wenn die Möglichkeit besteht», so Sprecherin Sindy Schmiegel. Der asiatische Markt sei für Schweizer Banken von grosser Bedeutung. Der Branchenverband sei daher dort regelmässig vor Ort. Ein möglichst hochrangiger Topmanager der UBS soll ebenfalls an der Reise teilnehmen, berichtet ein Insider. Für die Grossbank ist die Kundschaft aus Asien äusserst wichtig.

Auch Privatbankenvertreter sollen dabei sein. Yves Mirabaud, Verwaltungsratspräsident der Genfer Bank Mirabaud und Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbanken, gibt den Reiseplänen des Bundesrats einiges Gewicht. Das sei ein wichtiges Signal für die Banken. Die Branche erfahre in Bern wieder mehr Wertschätzung. Der Effort des Bundesrats unterstreiche, dass er den Finanzplatz unterstütze.

Weitere Touren sollen folgen

Bereits im letzten Herbst kündigte Maurer an, sich im Ausland für den Finanzplatz einzusetzen. Wobei es sich bei den Reisen nicht um eigentliche Werbetourenhandeln sollte. Nun dürfte also die erste anstehen. Asien ist dafür ein logisches Ziel. Die Schweizer Banken erhoffen sich vom dortigen Markt einiges Wachstum. Durch die Reise könnten auch weitere Pekinger Banken in die Schweiz gelockt und gleichzeitig die Tür in den riesigen chinesischen Markt etwas geöffnet werden.

Die Bankenvertreter ziehen bereits Vergleiche zu anderen Branchen, die früher von ähnlichen Reisen profitieren konnten. So haben Bundesräte wie Doris Leuthard oder Johann Schneider-Ammann mit Vertretern von anderen Wirtschaftszweigen vergleichbare Touren durchgeführt. Die Finanzbranche blieb aber bislang aussen vor.

Die ehemalige Finanzministerin Widmer-Schlumpf wurde von Top-Shots der Schweizer Banken auch schon als grösste Gegnerin der Branche bezeichnet. Dass sie im Ausland neue Märkte eröffnet hätte, wäre kaum vorstellbar gewesen. Die Kritik greift aber zu kurz. Denn auch sie reiste für die Banken ins Ausland. So fuhr sie etwa mehrmals in die USA, um dort wegen des Steuerstreits zu verhandeln – und für möglichst tiefe Bussen für Schweizer Banken zu sorgen.

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