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KPMG-Studie: Immer noch Optimismus bei Grosskonzernen Branchenverband Swissmem teilt Optimismus nicht

Trotz der grassierenden Schuldenkrise und der sich eintrübenden Weltwirtschaft sind global tätige Grosskonzerne laut einer KPMG-Studie immer noch optimistisch für die Zukunft.

Diesen Optimismus teilt der Branchenverband Swissmem indes nicht. 78 Prozent der befragten Unternehmen seien optimistisch oder sehr optimistisch, sagte Bryan DeBlanc, Sektorleiter Industrie beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG Schweiz, am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Die Umfrage bei 220 Grosskonzernen aus Nordamerika, Europa und dem Mittleren Osten sei zwar im Juni durchgeführt worden. Aber er sei überzeugt: «Wenn die Befragung jetzt stattfinden würde, gäbe es beim Optimismus nur eine leichte Verschiebung nach unten», sagte DeBlanc. Am optimistischsten zeigten sich Firmen aus Asien und Nordamerika (je rund 80 Prozent), während in Europa nur 73 Prozent der Konzerne optimistisch sind. Die drei befragten Schweizer Konzerne haben sich alle optimistisch gezeigt. Allerdings hat das Lager der Pessimisten seit der letzten Studie im Jahre 2010 deutlich zugenommen. Neu zeigen sich 7 Prozent der Firmen pessimistisch oder sehr pessimistisch. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 2 Prozent. An der Spitze der Prioritäten der Konzernchefs steht das Wachstum. Erst an vierter Stelle rangiert die Eindämmung der Kosten. Andere Ansicht bei Swissmem «Den Optimismus der KPMG-Studie teilen wir nicht», sagte der Direktor des Verbandes der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem), Peter Dietrich. «95 Prozent unserer Unternehmen sind KMU. Das führt zu Differenzen in der Einschätzung.» 27 Prozent der Unternehmen der Branche sagten gemäss einer in der letzten Woche veröffentlichten Swissmem-Umfrage, dass die Auftragslage in den nächsten zwölf Monaten schlechter werde. Jedes dritte MEM-Unternehmen fahre derzeit wegen des starken Frankens operative Verluste ein. «Das führt dazu, dass wir nicht so optimistisch in die Zukunft blicken», sagte Dietrich. Obwohl sich etliche Betriebe Gedanken über einen Stellenabbau machten, sei eine Entlassungswelle trotzdem nicht in Sicht, sagte der Swissmem-Direktor. Von den 336'000 Stellen der Branche im September könnten 10'000 gefährdet sein. An diesen Einschätzungen, die Swissmem-Präsidenten Hans Hess vor einem Monat geäussert hatte, habe sich nichts geändert. Anfragen zur Kurzarbeit Swissmem bekomme derzeit mehr Anfragen über die Kurzarbeit als über Restrukturierungen, sagte Dietrich. Eine Verschiebung von Arbeitsplätzen zur Erhöhung der Effizienz sei nicht einfach, vor allem für KMU, sagte DeBlanc. Die Frage sei wohin? In Deutschland und Frankreich seien die Arbeitsgesetze komplizierter als hierzulande. Und je weiter man nach Osten gehe, desto schwieriger werde eine Auslagerung. «Deshalb denke ich, die Schweizer Unternehmen werden nicht von heute auf morgen verlagern», sagte DeBlanc. Investitionen im Ausland würden für einen Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren gemacht, und nicht, um kurzfristige Währungsschwankungen auszugleichen.

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