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Für wen gut ausgebildete Schweizer am liebsten arbeiten würden

Eine neue Studie zeigt die beliebtesten Arbeitgeber, was Fachkräfte verdienen wollen und was sie vom Job erwarten.

Der IT-Konzern ist beliebtester Arbeitgeber in der Schweiz und weltweit: Das Google-Entwicklungszentrum in Zürich.
Der IT-Konzern ist beliebtester Arbeitgeber in der Schweiz und weltweit: Das Google-Entwicklungszentrum in Zürich.
Keystone

Unter gut ausgebildeten Beschäftigten ist Google als Arbeitgeber noch immer Favorit. Doch auch inländische Firmen schneiden sehr gut ab. Das trifft vor allem auf das staatliche Bahnunternehmen SBB zu. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem die jüngste Studie des internationalen Marktforschungsunternehmens Universum. In der Schweiz wurden für die Studie laut eigenen Angaben rund 8000 Personen befragt, weltweit war es sogar über eine Million Befragter in 60 Märkten.

Besonders beliebt ist der Gigant Google in der Schweiz bei 38 Prozent der Befragten unter den IT- und Informatikbeschäftigten. Swisscom, die hier an zweiter Stelle folgt, begeistert mit 23 Prozent deutlich weniger Befragte. Nach Microsoft (17 Prozent) folgt an vierter Stelle die SBB mit 15 Prozent. Bei den Ingenieuren hingegen steht die SBB mit einem Anteil von 17 Prozent ganz zuoberst. Betriebswirtschaften wollen ebenfalls mit einem Anteil von 21 Prozent vor allem zu Google. Die SBB rangiert hier an fünfter Stelle mit einem Anteil von 9 Prozent. An zweiter Stelle folgt die Migros mit einem Anteil von 13 Prozent. Auch in der weltweiten Befragung dominiert Google als Wunsch-Arbeitgeber. Und das war schon in der Befragung des Vorjahres der Fall.

Präferenzen der Betriebswirtschafter

Präferenzen der Ingenieure

Präferenzen der Informatiker

Überraschend hohe Gehaltserwartungen

Gemäss der Untersuchung erwarten die Beschäftigten im IT- und Informatikbereich den höchsten Lohn der befragten Berufsgruppen: 105'503 Franken pro Jahr im Durchschnitt. Mehr als 10'000 Franken weniger erwarten die Betriebswirtschafter mit knapp 95'000 Franken, und mit 93'330 Franken ist die Durchschnittserwartung bei den Ingenieuren am tiefsten. Diese Ergebnisse decken sich nicht mit den Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS), das einerseits auf deutlich tiefere Löhne für jede Berufsgruppe kommt, aber auch auf eine andere Reihenfolge: Hier dominieren die Wirtschaftswissenschafter, gefolgt von den Ingenieuren und den Informatikern. Ein Grund für die Differenz kann sein, dass aus der Studie von Universum anders als beim BFS keine weiteren Daten zum Jobhintergrund untersucht wurden, etwa zum Erfahrungshintergrund.

Das Gehalt hat für die von Universum Befragten weiterhin eine grosse Bedeutung. Im Vergleich zu den Ingenieur- und IT-Berufen ist sie aber bei den Betriebswirtschaftern am grössten. Sie sind auch deutlich mehr als die anderen an Führungskräften interessiert, die ihre Entwicklung fördern. Und sie wollen mehr als die anderen selber Chef werden. Dieser Karrierewunsch unter den Betriebswirtschaftern ist allerdings international viel stärker ausgeprägt als in der Schweiz.

Work-Life-Balance geht über alles

Die mässige Bedeutung einer hierarchischen Karriere lässt sich damit erklären, dass allen Befragten die sogenannte Work-Life-Balance noch deutlich wichtiger ist. Damit ist gemeint, dass der Job nicht das ganze Leben dominieren und für Familie, Erholung und Freizeit ausreichend Zeit bleiben soll. Eine Karriere wird dafür als Hemmfaktor gesehen. Viel Stress, Angst vor dem Scheitern und mangelndes Vertrauen in die eigenen Führungsqualitäten werden weltweit ausserdem als Gründe genannt, die gegen Führungsjobs sprechen.

Bei der gesamten Umfrage liegt der Fokus immer auf gut ausgebildeten und – wie die genannten Lohnerwartungen zeigen – auf sehr gut verdienenden Beschäftigten. Dass sie der Bezahlung und der Karriere weniger Gewicht geben, hat daher auch damit zu tun, dass sie es sich leisten können. Die Bedeutung einer grösseren Work-Life-Balance ist dann vermutlich eine Folge dieses Luxus und geht nicht auf einen davon unabhängigen Kulturwandel am Arbeitsplatz zurück. Von solch günstigen Umständen können andere Beschäftigte nur träumen. (mdm)

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