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Wo die teuersten Ferienwohnungen stehen

Zwischen erst- und zweitklassigen Alpendestinationen öffnet sich die Preisschere. Die Gewinner und die Verlierer.

Langsam, aber sicher sinken die hohen Preise im Engadin. Foto: Keystone
Langsam, aber sicher sinken die hohen Preise im Engadin. Foto: Keystone

Die Preise für Ferienwohnungen in Schweizer Alpendestinationen haben sich im letzten Jahr höchst unterschiedlich entwickelt: Stieg der Quadratmeterpreis für ein Objekt mit gehobenem Standard in Gstaad BE und Verbier VS um 11,3 respektive 12,6 Prozent, so ging er in Lenzerheide GR um 7 Prozent und in Brigels/Obersaxen GR gar um 8,5 Prozent zurück. Insgesamt zeigt sich gemäss einer gestern publizierten Erhebung der UBS, dass sich die Zweitwohnungspreise in den ­exklusiveren Bergorten 2018 überwiegend verteuerten, in den zweitklassigen Orten dagegen teils grosse Einbussen zu verzeichnen waren.

Als einen Grund für das zunehmende Preisgefälle nennen die UBS-Autoren die Anzahl leer stehender Wohnungen. An den günstigeren Standorten betrugen die Leerstände im Durchschnitt 3,6 Prozent. Mit einer mittleren Quote von 2,5 Prozent schnitten die Topdestinationen deutlich besser ab.

Renovieren lohnt sich kaum

Vorab in den Kantonen Wallis und Waadt lastet das hohe Überangebot an Ferienwohnungen schwer auf dem Markt. So stehen etwa in Ovronnaz VS rund 7,5 Prozent des Wohnungsbestands leer. Was die Sache für die betroffenen Orte nicht einfacher macht: Ein überdurchschnittlich hoher Anteil dieser ungenutzten Wohnungen stammt aus den 60er- und 70er-Jahren.

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Warum werden diese Wohnungen nicht renoviert? Solche Investitionen seien oft nicht rentabel, schreiben die Autoren. Oder die Stockwerkeigentümer könnten sich nicht einigen. Auch verzögern die tiefen Zinsen eine Marktbereinigung: In diesem Umfeld, heisst es, seien die entgangenen Einnahmen aufgrund einer ungenutzten Wohnung entsprechend gering. Die Besitzer verspürten weniger Druck, die Wohnung mit einem grösseren Preisnachlass abzustossen.

St. Moritz wird von der Spitze verdrängt

Der Angebotsüberhang in günstigeren Alpendestinationen dürfte vorerst bestehen bleiben. Zumal diese Orte besonders stark vom Bevölkerungsschwund betroffen sind, den alle Bergregionen spüren. «Diese Entwicklung erhöht das potenzielle Angebot an Ferienwohnungen, da dadurch die Umwandlung von ­altrechtlichen Erstwohnungen in Zweitwohnungen begünstigt wird», hält das UBS-Papier fest.

Die Preiskluft zwischen erst- und zweitklassigen Ferienorten dürfte in naher Zukunft eher grösser als kleiner werden. Angeführt wird die Rangliste von St. Moritz und Gstaad mit Qua­dratmeterpreisen von 15'700 respektive 15'000 Franken.

Ein Platzabtausch scheint indes nur eine Frage der Zeit zu sein: Während die Preise im Engadiner Nobelort in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 0,9 Prozent pro Jahr gesunken sind, legten sie im Berner Oberländer Pendant gleichzeitig um jährlich 2,2 Prozent zu. Am anderen Ende der Tabelle rangieren Evolène VS und Disentis/Mustér GR mit Quadratmeterpreisen von 5000 beziehungsweise 4800 Franken.

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