Wie sich Bangladesh ein Wirtschaftswunder schneidert

Das Entwicklungsland Bangladesh steuert dank Textilproduktion auf das höchste Wirtschaftswachstum seiner Geschichte zu. Die Textilarbeiter profitieren jedoch kaum davon.

Harte Arbeit: In einer Textilfabrik in der Hauptstadt Dhaka.

Harte Arbeit: In einer Textilfabrik in der Hauptstadt Dhaka.

(Bild: Keystone)

Dank zahlreicher Bestellungen von globalen Textilkonzernen verzeichnet die Wirtschaft von Bangladesh einen Wachstumsrekord. Das Zulieferer-Land für Bekleidungsanbieter wie H&M und Wal-Mart dürfte in diesem Jahr ein Wachstum von 6,7 Prozent verzeichnen.

Dies ist mehr als je zuvor, wie die Zentralbank des Landes am Dienstag mitteilte. Allein von Juli bis Oktober zogen die Exporte des Landes um 37 Prozent an. In der Krise hatte sich zuvor das Wirtschaftswachstum des Landes deutlich verlangsamt. Kleidungsstücke für westliche Konzerne machen rund 80 Prozent der Export-Einnahmen von Bangladesh aus. Rund 40 Prozent aller Beschäftigten in dem asiatischen Land arbeiten in der Textilindustrie. Europäische und US-Konzerne lassen dort wegen der sehr niedrigen Löhne produzieren.

Proteste der Textilarbeiter

Mitte Dezember starben bei Zusammenstössen zwischen Textilarbeitern und der Polizei vier Menschen. Arbeiter der rund 4500 Textilfabriken des Landes protestieren dagegen, dass ihre Arbeitgeber nicht den von der Regierung zuvor eingeführten Mindestlohn zahlen. Seit November gilt eigentlich für die Branche eine Erhöhung des Mindestlohns auf 3000 Taka im Monat (etwa 40 Franken). Die Regierung reagierte mit der 80-prozentigen Aufstockung auf eine vorherige Protestwelle.

jak/sda

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